Wie kam es zum Projekt NEST?
Im Baubereich ist es extrem schwierig, Neuentwicklungen aus dem Labor auf den Markt zu bringen. Unsere Innovationsplattform NEST ist ein einzigartiger Mix aus Wohnhaus, Bürogebäude und Forschungslabor, die es uns ermöglicht, neue Technologien, Systeme und Materialien unter Realbedingungen zu testen.

Von der ersten Projektzeichnung bis zur Eröffnung vergingen sieben Jahre.

Welches Konzept steht hinter dem Haus der Zukunft?
NEST besteht aus verschiedenen Modulen. Diese Units werden von Konsortien aus Forschung und Wirtschaft realisiert und nach dem Plug-&-Play-Prinzip installiert. Am Ende sollen attraktive marktfähige Lösungen stehen.

Was sind die Highlights?
Unsere wichtigsten Forschungsthemen sind Energie und Wasser. Mit einem «Energy Hub» wollen wir das Energiemanagement auf Quartierebene verbessern. Künftig wird man mehrere Gebäude zu einem Multienergienetz verbinden, um Energie speichern, umwandeln und wieder verteilen zu können.

Im «Water Hub» geht es um urbanes Wassermanagement mit dezentraler Aufbereitung. Weitere wichtige Bestandteile sind die Büroumgebung «Meet- 2Create», in der wir die Arbeitswelt von morgen erforschen, und «Vision Wood» – ein Wohnmodul für Studierende, das neue Einsatzwelten für den nachhaltigen Werkstoff Holz zeigt.

In welchem Bereich sehen Sie die grössten Marktchancen?
Ein grosses Thema ist Hochleistungsisolationsmaterial. Es bringt die gleiche Dämpfwirkung wie Polystyrolschaum, aber mit viel weniger Schichten – interessant vor allem für Renovationsobjekte, bei denen die Fassade erhalten werden muss.

Einen starken Schub erwarte ich auch für die Photovoltaik, wenn es uns gelingt, die Technik in die Fassade zu integrieren und nicht nur als Add-on auf das Dach.

3 Tipps vom Experten

1. Schrittweise vorgehen

Für die energetische Optimierung jedes Gebäudes ist eine mittel- bis langfristige Strategie erforderlich. Zuerst geht es an die Isolation, um den Wärmebedarf zu verringern. Danach sollte man so umfassend wie möglich auf erneuerbare Quellen umsteigen. Hier kommen beispielsweise Wärmepumpen, Erdsonden, oder die Photovoltaik-Technik ins Spiel.

2. Energiekosten minimieren

Auch als Mieter kann man etwas tun: Die optimale Raumtemperatur liegt in Wohnräumen bei etwa 20 Grad Celsius, in Fluren und Schlafräumen bei 18. Jedes Grad darüber verhagelt die Energiebilanz.

Nachts schützen geschlossene Gardinen oder Rollläden vor Wärmeverlusten.

3. Nachhaltiger leben

Mit einfachen Mitteln lässt sich der eigene Footprint im Alltag weiter verbessern: weniger fliegen, für kürzere Strecken vom Auto aufs