DURCHBRUCH
«Schweizer Designer setzen sich auch auf internationalem Parkett durch.»
Stefan Zwicky
Architekt und CEO Neue Räume Messe 2013 Zürich.

Dies kommt vor allem dadurch, dass unsere Schweizer Designschulen, wie die ECAL Lausanne, die Fachhochschule Nordwestschweiz oder die Zürcher Hochschule der Künste, in den letzten Jahren viele talentierte junge Designer ausgebildet haben, die jetzt zeigen wollen, was sie können. So hat beispielweise der Grossanbieter Pfister, begleitet von Alfredo Häberli, eine Gruppe junger Designer ausgewählt und das eigene Label «Atelier Pfister» kreiert, welches in diesem Jahr bereits die dritte Kollektion auf den Markt gebracht hat.

Der Erfolg des jungen Schweizer Designs liegt wohl auch in der guten Förderung, wie des «Swiss Design Awards» des Bundesamtes für Kultur: Während der letzten Art Basel wurde in der jurierten Ausstellung u.a. Tomas Krals Sekretär «Homework» gezeigt, der durch seinen dreiseitig umlaufenden Kunststoffkragen für diverse Utensilien überzeugte. Ebenso ist der 25-jährige Lucien Gumy mit seinem simplen, ohne Schrauben auskommenden Bücherregal «L'étagère en bois» hervorzuheben. Selbst die Migros ist durch ihren 2012 gegründeten «Förderfonds Engagement Migros» in der Designförderung aktiv. Nicht zu vergessen, der alljährlich stattfindende «Design Preis Schweiz» der seit Jahren innovative Designschaffende auszeichnet und fördert.

Design im Überfluss?
Zusätzlich zu Preisen und Auszeichnungen helfen sich die jungen Designer, die ihre Produkte noch nicht an renommierte Hersteller vermitteln konnten, selbst: Sie setzen aufs «Machen», auf Manufaktur und auf die Eigenproduktion von Kleinserien und suchen sich Kanäle, um diese an den Mann und die Frau zu bringen – etwa auf der «blickfang» oder bei der Sonderschau «Young Labels» der Designmesse «neue räume» in Zürich. Dieser Trend führt wieder vermehrt zurück zum guten, alten Handwerk und zu Werthaltigkeit, was einen interessanten Gegenpol zu unserer Wegwerfgesellschaft darstellt.

Schweizer Design international
Als Folge der guten Bildung und Vernetzung setzen sich seit geraumer Zeit Schweizer Designer auf auch internationalem Parkett durch. Der leider viel zu früh verstorbene Designer Hannes Wettstein arbeitete für Cassina, Pallucco, Molteni, Erik Jørgensen etc. Das Trio Atelier Oï hat für B&B Italia, Foscarini, Bulgari, Venini entworfen, Alfredo Häberli realisierte seine Produkte u.a. für Alias, Iittala, Moroso, Schiffini und This Weber für Crassevig, Fiam Italia oder Rolf Benz.

Designplatz Schweiz?
Unser Land hat die grosse Chance, auch mit Design viel zu erreichen. Kein anderes Land verfügt über eine so hohe Dichte an designaffinem Publikum mit ausgeprägtem Interesse an Wohnkultur. Es wäre ein Zukunftsziel, dass neben Käse, Schokolade und Uhren Design zum Schweizer Exportartikel werden könnte!