Seit 30 Jahren ist dieses markante Gesicht bekannt, das so gut zu Krimis, zu Dramen und zu Romanzen passt. Es war deshalb nahe liegend, dass die Stadt Luzern von Stefan Gubsers Popularität profitieren wollte: Der seriös ausgebildete und aus vielen Filmen und TV-Serien bekannte Schauspieler ist seit einem Jahr der Star der in Luzern angesiedelten Kriminalfilme, mit dem das Schweizer Fernsehen in die renommierte Tatort-Reihe zurückgekehrt ist. «Energie verschwenden ist ein Verbrechen.» Mit dieser Botschaft appellierte der Luzerner Tatort-Kommissar Stefan Gubser alias Reto Flückiger im April 2011 in der Stadt Luzern auf Plakaten an die Bevölkerung, mit der Energie verantwortungsbewusst umzugehen. In den Bussen der Verkehrsbetriebe Luzern verkündete der Kommissar seinen Aufruf auch von den Bildschirmen herab, als Teil des Aktionsplans «Luftreinhaltung und Klimaschutz» der Stadt Luzern.
Die Wahl zum Aushängeschild in Sachen Energie passt gut zum Schauspieler, der sich auch privat seit vielen Jahren für die Erhaltung der Umwelt und der Energieressourcen einsetzt. «Es begann, als ich sehr jung war, tolle Autos liebte, aber kein Geld für das viele Benzin hatte, das sie schluckten», erzählt Gubser. So entschied sich der junge Mime für sparsamere Karossen. In den 1980er-Jahren wählte er Wagen mit TDI-Motor (Dieselmotor mit Direkteinspritzung). «Es ist für mich bis heute eine sportliche Herausforderung, für eine längere Strecke möglichst wenig Treibstoff zu benötigen.»

Mit gutem Vorbild voran
Seit zwei Jahren fährt Stefan Gubser ein Erdgas-Auto, aber er überlegt sich einen Eintausch, weil es im Kanton Zürich, wo er wohnt, viel zu wenige Tankstellen gibt, die noch dazu nur selten funktionieren. «Ganz im Gegensatz zu Italien, Österreich oder nur schon zum Kanton Bern, wo das Erdgas erst noch 26 Rappen weniger kostet als in Zürich», ärgert er sich. Er verfolgt aufmerksam auch die Entwicklung der Elektro-Autos. Zu Hause hat sich das Ehepaar Gubser dafür sehr umweltfreundlich neu orientiert. «Wir haben im Winter in unserem Haus ständig gefroren», berichtet der Schauspieler. «So habe ich mich hingesetzt und ausgerechnet, was teurer war: Wie bisher viel Geld für die Heizung auszugeben oder Geld aufzunehmen, um die Fenster zu erneuern und das Dach zu isolieren.» Gewonnen hat die Renovation. Gubser konnte dafür einen Beitrag der Stiftung «Klimarappen» in Anspruch nehmen. Die Energieoptimierung im Hause Gubser geht weiter. In Räumen, die nicht zum Wohnbereich gehören, verbreiten Sparlampen ihr Licht, und der Keller wird nun wie die Garage mit Lampen ausgestattet, die via Bewegungsmelder nur dann brennen, wenn es nötig ist. «Umweltbewusstsein ist heute unerlässlich», ist Gubser überzeugt. «Ich bin kein Missionar, aber ich denke, dass sich alle Menschen bewusst sein müssen, dass die Natur geschont und der Energieverbrauch reduziert werden muss. Wir alle sollten unseren Beitrag zum Energiesparen leisten.» Gubser befürwortet den geplanten Atom-Ausstieg der Schweiz, aber er zweifelt daran, ob er wirklich so rasch wie angekündigt realisiert werden kann: «Wir müssen die erneuerbaren Energien fördern und mehr Geld in die Forschung investieren.» Besondere Hoffnungen setzt Gubser auf die Solarenergie, für die es bereits eine gute Technologie gibt. Sein Gesicht und seinen Namen würde Stefan Gubser auch weiterhin für Energiesparkampagnen einsetzen: «Ich mache sehr wenig Werbung, weil ich hundertprozentig dahinter stehen möchte. Mit dem richtigen Partner würde ich jedoch gerne wieder für die Energieeffizienz werben.»

Ausblick
Doch zunächst freut sich der Schauspieler auf seine beruflichen Projekte. Bald beginnen die Dreharbeiten für den nächsten Luzerner Tatort mit dem Titel «Schmutziger Donnerstag» unter der Regie des Schweizers Dani Levy. «Ich freue mich sehr darauf», sagt Gubser, «auch das Buch ist hervorragend.» Doch im März leistet sich Gubser einen humanitären Einsatz, zusammen mit seinem Geschäftspartner Stefan Jäger, mit dem er seit einigen Jahren die eigene Produktionsfirma «Tellfilm» führt. Der Titel wundert nicht, denn Gubser feiert jeweils am 1. August Geburtstag. Die Tellfilm erarbeitet sechs Wochen lang in Äthiopien einen Spielfilm in der Hauptstadt Addis Abeba mit einer äthiopischen Filmschule, die sie tatkräftig fördern will. Unterstützt wird die Produktion durch die Deza (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des EDA), der Holcim und der Raiffeisen-Bank. «Es geht um einen Buben, der davon träumt, in Europa Fussball zu spielen», erzählt Gubser. «Ich spiele einen Fussball-Manager.» Er hofft, dass der fertige Film auch in der Schweiz gezeigt wird. Und bestimmt wird er in Addis Abeba neue Erkenntnisse in Sachen Energie gewinnen.