Was bedeutet Wohnen für Sie?

Jürg Marquard: Für mich hat der Begriff Wohnen keine grosse Bedeutung. Ich nutze meine verschiedenen Wohnsitze und meine Yacht in multifunktionaler Weise. Ich arbeite dort, halte Meetings ab, gebe Einladungen und sie sind natürlich auch Treffpunkt für meine grosse Familie. So gesehen, sind dies nicht Wohn-, sondern Lebensräume.

Bevorzugen Sie das Leben auf dem Land oder in der Stadt?

Raquel Marquard: Lieber auf dem Land, da man dort mehr Freiräume hat, dennoch sollte eine Stadt in der Nähe sein.

Sie wohnen zwischendurch auch auf einer Yacht. Wie wichtig ist Ihnen die Atmosphäre und Einrichtung auf Ihrem Boot?

Jürg Marquard: Da ich mindestens drei Monate im Jahr auf meiner Yacht verbringe, ist deren Einrichtung für mich ebenso bedeutend wie diejenigen meiner Wohnsitze.

Wo finden Sie einen Ruhepol?

Jürg Marquard: Am besten entspanne ich mich mit einem kurzen Ausflug in den Weinkeller und danach mit einem guten Glas Rotwein.

Welches ist Ihr Lieblingsschmuckstück in Ihrer Wohnung?

Jürg Marquard (lacht): Meine Frau, die sich mit Begeisterung dem Thema Einrichtung und Dekorieren widmet.

Frau Marquard, Sie sagten einst, dass Sie gerne Interior-Design studiert hätten. Was reizt Sie an der Einrichtung von Räumen?

Raquel Marquard: Ich finde das Einrichten von Räumen, von der Konzept- über die Einrichtungs- bis hin zur Dekorationsphase, eine äusserst spannende Tätigkeit.

Haben Sie einen grünen Daumen?

Jürg Marquard: Ich persönlich verfüge nicht über einen grünen Daumen, aber da ich am liebsten im Freien lebe und arbeite, sind Garten, Terrassen und Decks für mich sehr wichtige Lebensräume.
Die Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten und Gärtnern bereitet mir grosse Freude. Zurzeit bin ich daran, auf einer kleinen karibischen Insel, in Nevis, einen tropischen Garten zu gestalten. Dabei ist die Arbeitsaufteilung zwischen mir und meiner Frau perfekt, meine Frau entscheidet die wichtigen Dinge und überlässt mir die unwichtigen Entscheidungen. So darf ich beispielsweise entscheiden, wohin der Pool kommt und wie gross er wird, ob es Pavillons und Nebengebäude gibt, wo das Terrain aufgeschüttet oder abgetragen wird. Sie entscheidet, was ihr am wichtigsten ist und am meisten am Herzen liegt, wo welche Pflanzen in welcher Farbe eingesetzt werden (lacht).

Sie tragen gerne Kleidung von renommierten Designern. Doch wie wichtig sind Ihnen Designermöbel?

Raquel Marquard: Designernamen sind mir beim Gestalten eines Raumes eher weniger wichtig. Ich mische gerne Designermöbel mit Trouvaillen, welche durchaus, ohne teuer zu sein, einen grossen Effekt erzielen können.

Bevorzugen Sie eher moderne Bauten oder die charmanten Bauwerke aus vergangener Zeit?

Raquel Marquard: Beides hat seinen Reiz. Die alten Bauten sind zumeist sehr charmant und erzählen eine Geschichte, doch besonders modernes Design passt sich den gegenwärtigen Wohnraumansprüchen an, die die Menschen haben.