Beim Bezug einer neuen Wohnung gilt der Grundsatz zur Feststellung eines Mangels: Wie gesehen, so gemietet. Wurde nichts anderes vereinbart, hat Ihnen der Vermieter die Räume in dem Zustand zu übergeben, in dem sie sich bei Vertragsabschluss befunden haben.

Ganz stur lässt sich dieser Grundsatz allerdings nicht durchziehen. Laut Artikel 256 OR hat Ihnen der Vermieter die Wohnung in einem „tauglichen Zustand“ zu übergeben. Sie müssen also behaglich darin wohnen können. Funktioniert die Heizung nicht oder ist die Stromzufuhr unterbrochen, hat der Vermieter für Abhilfe zu sorgen. Zudem können Sie grundsätzlich eine Mietzinsreduktion verlangen, bis der Schaden behoben ist.

Ab einem gewissen Punkt beeinträchtigen aber auch abgenutzte Wände und Böden die Tauglichkeit. Weisen diese Nikotinablagerungen auf oder stinkt der Teppich, muss der Vermieter ebenfalls für Abhilfe sorgen.

Sinnvoll ist es auch, in den ersten zehn Tagen nach dem Einzug eine genaue Mängelliste zu erstellen und diese an den Vermieter zu schicken. Behalten Sie eine Kopie und den Postbeleg.   

  • Es gibt keinen Anspruch auf Waschmaschine oder Geschirrspüler. Ausnahme: Es ist Ihnen vertraglich zugesichert worden.

  • Eine Wohnung muss beim Einzug sauber sein. Falls nicht, können Sie diese selbst reinigen und es dem Vermieter in Rechnung stellen. Kündigen Sie dies jedoch dem Vermieter vorher schriftlich an.

  • Wenn Sie Wert darauf legen, in eine frisch renovierte Wohnung mit frisch gestrichenen Wänden einzuziehen, lassen Sie sich das bei Vertragsabschluss schriftlich bestätigen.  

  • Stellen Sie sich in den ersten Wochen nach dem Einzug bei Ihren Nachbarn vor. Das fördert das gute Einvernehmen. Je nachdem empfiehlt sich sogar eine Einzugsparty.

  • Ein Mangel muss nicht unbedingt an dem Vermieter oder der Wohnung selbst liegen. Der kontinuierliche Lärm einer Baustelle kann die Tauglichkeit der Wohnung mindern, sofern der Lärm noch störend in der eigenen Wohnung wahrnehmbar ist.