Eigentlich lief ja alles gut im Leben von Andreas Tschanz. Bis zu diesem Unfall im Jahr 2001. Ein Steinschlag war die Ursache, dass sich sein Auto überschlagen hatte. Die dadurch erlittenen Verletzungen zwischen dem dritten und dem vierten Halswirbel waren so schwer, dass Andreas Tschanz als Tetraplegiker im Rollstuhl sitzt.

Entscheidend war für mich, dass wir das System genau auf meine Bedürfnisse anpassen und installieren konnten.

Dass er heute seine Haus- und Unterhaltungstechnik selbstständig steuern kann und trotz Elektro-Rollstuhl eine gewisse Mobilität wiedererlangen konnte, war ein langer, harter Weg. Nach einem Jahr im Paraplegikerzentrum Nottwil lebte Tschanz weitgehend selbstständig in einer behindertengerechten Wohngemeinschaft.

Durch Zufall hatte er die Möglichkeit, ein altes Haus zu kaufen. Dieses liess er, der selber 20 Jahre auf dem Bau gearbeitet hatte, modernisieren und so umbauen, dass es ihm ein barrierefreies, selbstbestimmtes Wohnen im Erdgeschoss ermöglichte.

Smart-Home-System als Hilfe zur Selbsthilfe

Für die Steuerung der Haustechnik und der verschiedenen Medien hat sich der neue Hausbesitzer von einem ausgewiesenen Spezialisten ein Smart-Home-System installieren lassen. «Entscheidend war für mich, dass wir das System genau auf meine Bedürfnisse anpassen und installieren konnten. Die persönliche Beratung vor Ort hatte deshalb einen hohen Stellenwert», betont Andreas Tschanz.

Mit einem Tablet an der Wand oder seinem grossen Smartphone vom Rollstuhl aus lässt sich nun das Licht ein- und ausschalten, dimmen, die Storen bewegen, die Heizung anpassen, der Haus- und Wohnungseingang kontrollieren, TV und Stereoanlage bedienen und natürlich auch das Telefon abnehmen.

Mit der einen Hand steuert er mit einem Joystick die Funktionen des elektrischen Rollstuhls. Mit der anderen Hand bedient er via Touchpanel alle installierten Funktionen des Smart-Home-Systems.

Die aktuelle Technik kennt fast keine Grenzen

Nachts, wenn Tschanz im Bett liegt, kann er nicht auf die Touchscreens von Handy oder Tablet zugreifen. Dafür hilft ihm ein Blasgerät, das er mit Blasimpulsen steuern und mit dem er die wichtigsten Befehle oder einen Notruf an das Smart-Home-System senden kann.

Die Technik basiert auf einem IT-Netzwerk, aufgebaut als möglichst einfaches WLAN-System. «Diese smarte Technik und die Möglichkeit, sie zu bedienen, kennt kaum Grenzen.

Das System gibt mir ein gewisses Stück Freiheit und Selbstbestimmung zurück. Es arbeitet sehr zuverlässig, denn darauf bin ich ja besonders angewiesen. Einzig bei einem Blitzeinschlag ist das System einmal ausgefallen und musste neu gestartet werden», erklärt Andreas Tschanz.