Heute ist das Badezimmer mehr als eine Nasszelle – es ist ein Lebensraum mit individuellem Charakter. Im neuen Badezimmer werden Duschen, Baden und die morgendliche Toilette zum Verwöhnprogramm. Doch nicht immer lässt sich der Wellnessbereich mit dem Anspruch der Energieeffizienz vereinbaren.

Energieeffizienz im Badezimmer
«Die neuen Sanitäranlagen sind heute stark verbessert und ermöglichen den effizienten Umgang mit Energie im Badezimmer», erklärt Milo Tettamanti, Präsident Verein Schweizer Sanitär-, und Heizungsfachleute VSSH. So gibt es heute Duschen, die den Energieverbrauch senken, wassersparende und ressourcenschonende Waschtischarmaturen und Toilettenspülungen oder Oberflächen aus recyceltem Material. «Trotz technischer Fortschritte gilt es jedoch zu beachten, dass Energieeffizienz und Komfortansprüche oftmals nicht einfach zu vereinbaren sind», so Tettamanti. Denn Badezimmer müssen heute nicht mehr nur ihren Zweck erfüllen, sondern sie werden zu Statussymbolen und grossflächigen Wellnessoasen. Heute werde laut Tettamanti viel mehr Raum für die Badezimmer gebraucht und damit der Energieverbrauch wiederum erhöht.

Aktuelle Trends spielen grosse Rolle
Dabei spielen auch aktuelle Trends eine grosse Rolle. «Mir fällt auf, dass Modetrends auch bei den Badezimmern schnell wechseln. Gestern japanisch angehaucht, heute romantisch verspielt und morgen puristisch. Das führt natürlich dazu, dass die Lebensdauer der Badezimmer gar nicht ausgenützt wird», sagt Tettamanti. Umgekehrt könne Energieeffizienz mit zeitlosem Design und langlebigen Qualitätsprodukten gesichert werden - denn der klassische Stil hält länger und muss nicht langweilig sein. «Mit Accessoires kann man auch in einem klassischen Badezimmer den individuellen Touch schaffen.» Wichtig sei auch, dass man sich frühzeitig Gedanken über die individuellen Bedürfnisse der Badezimmergestaltung macht. «Man sollte sich fragen, wie viele Personen das Badezimmer gleichzeitig nutzen möchten. Ebenso entstehen andere Bedürfnisse, wenn Kinder da sind.» Denn oftmals werde zu wenig über Funktionalität und zu viel über Design nachgedacht.