Der Frühling bietet Gelegenheit, den Garten auf Vordermann zu bringen. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Ich bin ja weniger ein Gärtner aus Leidenschaft als vielmehr ein leidenschaftlicher Gartengeniesser. Klar vergrabe ich jedes Jahr eine Unzahl Tulpenknollen und weiss dann nicht mehr genau, wo überall ich sie in die Erde gesteckt habe. In jedem Gartencenter werde ich zum Shopping-Freak. Ich kaufe alles zusammen, als ob es morgen verboten würde, und pflanze jede Leerstelle mit neuem Gewächs zu.

Können Sie Ihren Garten denn auch geniessen?

Und ob! Ich bin zwar kein geduldiger Gärtner, der stundenlang in der Erde wühlt und jede freie Minute mit seinem Grünzeug verbringt. Ich gehöre mehr zu jener Sorte Menschen, die den Garten als Erholungsraum geniessen. Ich liebe es, draussen zu sitzen und zu sehen, was alles blüht und wächst. Deshalb ist der Frühling wohl die spannendste Jahreszeit. Da staune ich, wo plötzlich überall Märzenglöckchen spriessen, wo es Osterglocken gibt und wie die Magnolien an den kahlen Ästen ihre Blüten treiben. Und dann freue ich mich auf die ersten Rosen. Die bleiben dann auch nicht alle an den Stöcken, sondern stehen immer zusätzlich als Willkommensgruss bei mir in der Wohnung. Ich betrachte den Garten als Wundertüte und bin überrascht über das, was da plötzlich wächst und staune, was alles jedes Jahr verschwindet (lacht). Ob sich da die Mäuse an den Zwiebeln gütlich getan haben? Oder ob ich die Dinger einfach am falschen Ort gepflanzt habe?

Wie sieht Ihr Garten denn aus?

Für mich muss der Garten vor allem genügend Platz bieten, sodass ich mich darin an verschiedenen Orten wohlfühle: Ein Tisch und Stühle stehen dort, wo die Morgensonne scheint, ein Schattenplatz ist für heisse Tage vorgesehen, und zum Dösen ist die Platane der ideale Ort.

Und was ist im Winter?

In meiner Wohnung gibt es ein Gartenzimmer, das mir mit viel Grün ein Gefühl der Geborgenheit gibt. Da wachsen Kakteen und exotische Pflanzen als Boten anderer Kontinente. Und ein paar Dutzend Orchideen. Das sind die Lieblinge meiner Haushaltsperle Rosalia. Sie sorgt dafür, dass es immer eine Reihe von blühenden Töpfen gibt.

Sie sind ein vielbeschäftigter Mann. Wie viel Zeit können Sie überhaupt im Garten verbringen?

Bei schönem Wetter bin ich jede freie Minute im Garten. Das Studium der Unterlagen zu meiner Sendung und die Vorbereitung der Moderationen lassen sich viel gemütlicher draussen erledigen als an einem öden Bürotisch. Die schönste Zeit geniesse ich aber in der Sommerpause in meinem kleinen Paradies in Südfrankreich. Der Duft des Lavendels, die silbrig glänzenden Blätter der Olivenbäume und die uralten, knorrigen Maulbeerbäume sind die beste Erholungstherapie für einen gehetzten Städter.