Umgangssprachlich spricht man von gutem Licht, wenn es genügend hell ist und keine «störenden» Farbeffekte vorkommen. Schlechte Lichtverhältnisse herrschen dagegen, wenn man zu wenig sieht. Was aber sind die Eigenschaften von sogenannt «gutem» Licht? «Bedenkt man, dass unser Leben auf der Erde vom Sonnenlicht gesteuert ist, und nicht etwa von Glühlampen, finden wir auch die Kriterien von gutem Licht in der künstlichen Reproduktion des Sonnenlichts», so Hans-Rudolf Bosshard, Fachdelegierter des Fachverbands der Beleuchtungsindustrie.

LED als Licht der Zukunft
Besser als mit jeder anderen künstlichen Lichtquelle kann man das natürliche Lichtspektrum heute mit LED (Licht emittierende Diode) nachbilden. Ein weiterer Vorteil dieser neuen Technologie ist auch ihre Effizienz bzw. wie viel Licht durch eine bestimmte Menge elektrischer Energie erzeugt werden kann. Liegt bei herkömmlichen Technologien die maximale Ausbeute bei ca. 140lm/Watt maximal (ohne Berücksichtigung der Lichtqualität), so kann man mit LED gegen 200lm/Watt erreichen bei fast optimalem Lichtspektrum. Das Resultat ist grösste Effizienz bei nahezu optimaler Reproduktion des natürlichen Lichts.

Einfluss auf Gemütszustand
Das Licht hat eine biologische und visuelle Wirkung auf uns. Aus biologischer Sicht steuert es unseren Stoffwechsel und die innere Uhr, was zum Beispiel Auswirkungen darauf hat, wie müde oder wach wir gerade sind. Visuell betrachtet beeinflusst das Licht hingegen, wie wir etwa Muster, Formen, Bewegungen oder Helligkeit und Dunkelheit wahrnehmen. Die biologische und visuelle Wirkung von Licht hat wiederum einen emotionalen Effekt auf uns: «Eine indirekte Wirkung entsteht durch die Mischung visueller und biologischer Kriterien, die sich als Emotionen wie Wohlbefinden, Zufriedenheit oder auch Angst und Unsicherheit bemerkbar machen können», erklärt Bosshard. Eine optimale oder suboptimale Lichtqualität hat direkten Einfluss auf unseren Gemütszustand. Das absolute Qualitätskriterium von Licht muss deshalb dessen richtige Anwendung zur richtigen Zeit in der richtigen Zusammensetzung sein. Im Alltag ergeben sich daraus praxisbezogene Fragen wie: Mit welchem Licht sehen wir besser? Welches Licht beeinflusst unser Wohlbefinden positiv? Wie schaffe ich ein gemütliches Ambiente? So sollte etwa in Räumen, in denen man zur Ruhe kommen will, rotes Licht eingesetzt werden, denn Rot beruhigt. Ein grosser Blauanteil bei der Bürobeleuchtung hingegen macht produktiv. Zu berücksichtigen sind auch die Beleuchtungsstärke, die Farbwiedergabe und die Farbtemperatur. Ergänzend ist eine intelligente Steuerung gefordert, die diese Parameter beeinflussen kann. LED ist prädestiniert, gepaart mit Intelligenz, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

«Im Vergleich mit anderen künstlichen Lichtquellen
bildet LED das natürliche Lichtspektrum am besten nach.»


Gesünder und lernfähiger
Die Forschungsergebnisse einer Studie des Biologen Dr. Andreas Wojtysiak belegen den gewaltigen Einfluss von Licht auf unser Befinden: Sehr helles Licht mit einem dem Sonnenlicht ähnlich hohen Anteil an blauem Licht verringert das Risiko für Winterdepression und kann damit verbundene Schlafstörungen bei betroffenen Patienten ausgleichen. Gemäss Wojtysiak wird im Alltag zu wenig auf die Beleuchtung und zu sehr auf den geringen Stromverbrauch geschaut. Dabei könnten wir mit Licht heute viel intelligenter umgehen als früher. Qualitativ gutes Licht bietet weit mehr als nur genug Helligkeit: «Schüler können bei gutem Licht deutlich leichter lernen und erzielen bessere Leistungen», sagt Wojtysiak. Zu diesem Schluss kam der Wissenschaftler nach einer Pilotstudie an zwei Schulen in Ulm. Innerhalb von drei Monaten mussten Oberstufenschüler Tests bei unterschiedlicher Beleuchtung absolvieren. In einem optimal ausgeleuchteten Klassenzimmer mit einem Licht ähnlich dem natürlichen Tageslicht liessen sich die Lesegeschwindigkeit und das Leseverständnis tatsächlich deutlich steigern.