Peter Wiesmann
Präsident Küchen-Verband Schweiz

Für die Küche ist meist nicht viel Platz vorhanden - dennoch kann auch in kleinen Küchen leicht ein übersichtlicher Platz zum Kochen geschaffen werden. «Es ist ein Irrglaube, wenn man meint, dass man in der Küche viel Platz braucht», sagt Thomas Wiesmann von Wiesmann Küchen Zürich. Deshalb laute das Zauberwort – entrümpeln! «Man sollte sich ehrlich die Frage stellen, welche Küchengeräte, welches Geschirr oder welche Rüstmesser man tatsächlich benötigt», rät Wiesmann. Oftmals komme man dann zum Ergebnis, dass sehr viel Unnötiges in der Küche lagert und man mit deutlich weniger auskommt. Und schon hat man wieder Platz geschaffen. Auch mit variablen Hochschränken und Ecklösungen kann man in der Küche mehr Raum gewinnen.

Am Esstisch trifft sich die Familie
Leider haben die meisten Menschen keinen grosszügigen Raum zur Verfügung, der es erlaubt, eine Begegnungszone in der Küche zu schaffen. «Denken Sie nur an die alten geräumigen Bauernküchen, wo die ganze Grossfamilie zusammengekommen ist – so etwas gibt es heute praktisch nicht mehr», sagt Wiesmann. Der Übergang zwischen Küche und Wohnraum ist heute fliessend und der Esstisch die wahre Begegnungszone. Hier wird gegessen, die Kinder machen Hausaufgaben, es wird gespielt und es werden Diskussionen geführt. «Deshalb empfehle ich hier unbedingt bequeme Stühle!», so Wiesmann. Eine in den Wohnraum integrierte Küche oder eine Rüstzone zum Esstisch hin ermöglicht eine Verbindung zwischen Küchenarbeit und Familienleben. Das heisst: Wer in der Küche steht, nimmt trotzdem am Geschehen im Wohnbereich teil. «Heute werden praktisch nur noch offene Küchen verlangt. Die geschlossenen, abgetrennten Küchen sind out», weiss der Experte.

Auf die eigenen Wünschen achten
Auf was gilt es beim Kauf einer Küche zu achten? In erster Linie geht es natürlich darum, dass man die Küche nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen baut. Dabei spielen auch Komponenten wie die Ergonomie der arbeitenden Person, der Platz und ob Kinder vorhanden sind, eine grosse Rolle. «Besonders, wenn kleine Kinder im Haushalt leben, muss die Küche robust sein und nicht jeden Handabdruck zum Vorschein bringen. Deshalb entscheidet man sich in diesem Fall besser für unkomplizierte Materialien wie Holz, Kunststoff oder Glas», rät Wiesmann. Dasselbe gilt für den Küchenboden: «Es macht einen Unterschied, ob jemand viel kocht und hin und wieder etwas auf dem Boden landet oder ob die Küche wenig genutzt wird.»

Kompetente Beratung wichtig
Es gibt heute eine fast unendliche Vielfalt an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, es geht also mehr um die Qual der Wahl: «Das A und O beim Küchenkauf ist darum eine kompetente und professionelle Beratung», so Wiesmann. Hier gewinne, wer Zeit in die Wahl des Küchenplaners oder der Küchenplanerin investiert: «Wollen Sie die Küche, die wirklich zu Ihnen passt, brauchen Sie auch den Küchenplaner, der wirklich zu Ihnen passt», sagt Thomas Wiesmann.