Daniela Ochsner
Geschäftsführerin hop! House of Property AG

Der Immobilienmarkt hat sich verändert: Die Banken spielen heute eine grössere Rolle bei der Preisgestaltung, das Angebot ist knapper geworden, die Nachfrage gestiegen. Onlineportale haben die Branche nachhaltig revolutioniert. Das Maklermodell hingegen habe sich nicht mitentwickelt und hinke den heutigen Bedürfnissen hinterher, findet Immobilien- und Marketingexpertin Daniela Ochsner. Wer eine Immobilie verkaufen möchte, wird mit Herausforderungen konfrontiert, die er nicht immer selbst bewältigen kann. Ein Maklervertrag muss aber nicht zwingend die Konsequenz daraus sein. Modulare Dienstleistungen rund um die Immobilie passen besser in unsere Zeit und zu den individuellen Bedürfnissen: «Wieso sollte der Verkäufer eine pauschale Provision bezahlen und sich lange binden, wenn der erste Verkaufsschritt meist das Onlineportal ist, wo die Inszenierung des Objektes im Zentrum steht?» Stattdessen sind gemäss Ochsner, massgeschneiderte und bezahlbare Dienstleistungen gefragt sowie Tipps, worauf es heute beim Immobilienverkauf ankommt:

Die Inszenierung: Der rote Teppich für Ihr Objekt
«Ist die Immobilie rundum perfekt inszeniert, steht sie sowohl beim Käufer hoch im Kurs als auch bei der Bank, dem wohl grössten Einflussnehmer im Verkaufsprozess» weiss Ochsner. Das Exposé müsse ansprechend und vor allem komplett sein. Ein kleines Homestaging sei dabei genauso unerlässlich wie professionelle Fotos und Texte. Was bei Luxus-immobilien Usus ist, sollte überall Standard sein.

Der wichtigste Partner: Die Bank
Ist das Exposé lückenlos, sollte unbedingt eine Bank aufgesucht werden. Der Käufer hat damit einen Ansprechpartner, der die Immobilie bereits kennt und mit dem er nicht mehr über den Preis, sondern über die Finanzierung diskutiert.

Die Besichtigungen: Zeit sich kennen zu lernen
Nach einem Coaching und Homestaging durch Experten kann der Verkäufer die eine oder andere Besichtigung durchaus auch selbst durchführen. So vorbereitet, sind Besichtigungen nämlich meist nur noch eine Frage der Zeit. Und des Geldes.

Der Kaufvertrag: Reine Formsache
Ein Kaufvertrag ist kein Hexenwerk. Vielmehr wird er vom Notar beziehungsweise Grundbuchamt weitgehend aufgesetzt, basierend auf üblichen Standard-Eckdaten.

Die Übergabe: Dokumentieren statt diskutieren
Um ärger nach dem Kauf zu vermeiden, muss die übergabe professionell dokumentiert sein. Da dies oft unter Zeitdruck geschieht, sollten hier Experten ans Werk.

 

Susanne Meier
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