Gemäss Branchenkennern kostet der umfassende Schutz vor Einbrechern bei einer Wohnung rund 3000 Franken, für ein ganzes Haus muss man tiefer in die Tasche greifen: Hier beträgt das Budget rasch einmal an die 10 000 Franken. Hightech-Massnahmen wie Videoüberwachung und Bewegungsmelder reichen allerdings nicht aus. Wichtig ist, Einbrecher gar nicht erst in die Wohnung zu lassen. Mit gutem Grund rät deshalb der Sicherheitsexperte von ­Abus in erster Linie zur mechanischen Sicherung von Fenstern und Türen. Die Erfahrung zeigt, dass ein Einbrecher kaum eine halbe Minute braucht, um eine normale Terrassentür mit einem Schraubenzieher zu überwinden. Schon nach wenigen Minuten hat er das Haus oder die Wohnung durchsucht und Wertgegenstände eingepackt.
 

Sich geborgen fühlen

Wenn es darum geht, das Haus vor Einbrechern zu schützen, sind neben dem persönlichen Verhalten wie Abschlies­sen der Haustür und Verriegeln von Fenstern in erster Linie mechanische Sicherheitsmassnahmen wichtig: Stabile, eingemauerte Gitter vor Lichtschächten, Mehrpunktverriegelungen für Türen und verstärkte Beschläge für Fenster. Zugang verschaffen sich die Diebe über Kellertüren, Fenster oder Terrassentüren. Meist bleibt nach dem Einbruch ein grosses Chaos zurück. Aufgeräumt ist zwar rasch, länger dauert es in der Regel, bis sich die Bewohner in ihren eigenen vier Wänden wieder wohlfühlen.
 

Funktionierende Nachbarschaft

Alle Schutzmassnahmen sind aber nur dann sinnvoll, wenn sie konsequent angewendet und aufeinander abgestimmt werden. Eine Mehrfachverriegelung hindert zwar den Einbrecher daran, das Türschloss zu knacken. Wenn jedoch die Terrassentür nur ungenügend gesichert ist, kann ein Unbekannter innerhalb kurzer Zeit ins Haus eindringen. Erfahrungen der Polizei zeigen, dass Einbrecher vor allem in Wohnungen oder Häuser einsteigen, die keine oder nur mangelhafte Schutzvorrichtungen haben. Das schreckt keinen Einbrecher ab. Wenn er dagegen feststellt, dass sich ein Fenster nicht innerhalb von wenigen Sekunden knacken lässt, sieht er höchstwahrscheinlich von seinem Vorhaben ab, weil es für ihn dann zu gefährlich wird. Unabhängig von allen Sicherheitsvorkehrungen ist der beste Einbruchschutz eine funktionierende Nachbarschaft. Bei Abwesenheit sollte man dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmässig geleert wird oder im Winter jemand für die Schneeräumung zuständig ist. Und noch etwas: Wer sich gegen Einbruch kompetent beraten lässt, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit auf der sicheren Seite.