Wir tippen auf den Schalter, um das Licht anzuschalten. Wir schalten die Kaffeemaschine ein, um den morgendlichen Kaffee zu geniessen. Die Waschmaschine startet, sobald wir den Start-Knopf drücken.

In jedem Haushalt gibt es unzählige elektrische Geräte, die von Hand bedient werden. Das soll sich möglichst bald ändern. An der Forschungseinrichtung iHomeLab der Hochschule Luzern werden in über 20 Projekten Aspekte der Gebäudeautomation untersucht. Das Ziel: Die Energieeffizienz und den Komfort der Bewohner steigern.

«Wir möchten dem Menschen mehr Agilität in dieser schnelllebigen Zeit bieten und ihn mit seinen individuellen Bedürfnissen ins Zentrum stellen»

«Wir möchten dem Menschen mehr Agilität in dieser schnelllebigen Zeit bieten und ihn mit seinen individuellen Bedürfnissen ins Zentrum stellen», erklärt Alexander Klapproth, Professor und Leiter des Forschungszentrums iHome- Lab an der Hochschule Luzern.

Die Technik soll dabei in den Hintergrund treten. «Stellen Sie sich einen virtuellen englischen Butler vor, der einem über die Schulter schaut und jeden Wunsch von den Lippen abliest», so die Vision von Klapproth. Auch in einem intelligenten Zuhause beginnt der Tag mit dem

Piepsen des Weckers. Doch in einem Smart Home kommuniziert dieser Wecker mit der Kaffeemaschine, so dass automatisch Kaffee gebrüht wird, während sich der Bewohner noch unter der Dusche befindet. Der Butler soll im Übrigen beim Energiesparen helfen.

«Er schaltet unbenutzte Geräte ab und sorgt dafür, dass man zum günstigsten Stromtarif waschen kann», so Klapproth weiter. Das wird insofern immer relevanter, weil künftig vermehrt erneuerbare Energiequellen wie Wind- oder Sonnenenergie verwendet werden.

Da diese stark wetterabhängig sind, werden die verfügbaren Strommengen erheblich schwanken. Die sogenannte «Demand-Response» soll ermöglichen, dass die Geräte zu einer Zeit eingeschaltet werden, die in Bezug auf Stromtarif und Netzauslastung ideal ist.

Das primäre Ziel sei dabei nicht die Reduktion des Energieverbrauchs, sondern vor allem Flexibilisierung der Lasten anhand von Automatismen, so Klapproth. Eine der wichtigsten Funktionen ist jedoch das sogenannte «Ambient Assisted Living». In einem intelligenten Zuhause können Menschen bis ins hohe Alter sicher wohnen.

«Merkt der Butler, dass eine Person gestürzt ist, kann er die Rettungskräfte alarmieren», erklärt Klapproth. Eine Sorge vieler Kritiker ist der Schutz der Privatsphäre. Der Experte kann die Bedenken nachvollziehen: «Obwohl es wohl weiterhin lukrativer sein wird, ein Bankkonto zu hacken als eine Wohnung, darf man die Problematik der vielen Daten, welche ein solcher Butler speichert, nicht vernachlässigen.»

Er sehe es deshalb als seine Aufgabe, die Menschen über Gefahren aufzuklären. Es sei allerdings wichtig, anzuerkennen, dass man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen könne. «Wir leben in einer intelligenten Welt, die wir uns zunutze machen können.»