Was würden Sie als grössten Fortschritt der Küchentechnik der letzten Jahre bezeichnen?

Küchenelektrogeräte übernehmen Aufgaben zur Fertigstellung von Essen mittels abgespeicherter Informationen. Dies erlaubt es auch Menschen, die bisher nicht selbst gekocht haben oder keinen Zugang zum Thema Kochen hatten, zuhause ihre Menüs selbst zusammenzustellen und zu realisieren. Plakativ formuliert, könnte dies als «Demokratisierung des Kochens» bezeichnet werden.

Welche Bedeutung hat ergonomisches Arbeiten in der Küche heute? 

Der Anteil älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung nimmt zu.

Insofern kommt der Ergonomie in der Küche auch zunehmend Bedeutung zu.

Das Wissen und Know-how bezüglich Ergonomie in der Küche ist bei den schweizerischen Küchenhändlern und Produzenten ausgesprochen hoch und präsent. Die Schweizer Küchenspezialisten nutzen seit Langem das Schulungsangebot von Geräteherstellern, Zulieferern und vom Branchenverband.

Die Küche hat als Lebensraum an Bedeutung gewonnen – ist nicht mehr nur ein rein praktischer Nutzen der Essenszubereitung. Welche Einrichtungstrends beobachten Sie? Welche Materialien finden Verwendung, in welchen Preissegmenten?

Die zum Wohnraum offene Küche erfreut sich grosser Beliebtheit. Sie verbindet nicht nur Räume, sondern erleichtert die Kommunikation in der Familie und mit Gästen.

Die Vielfalt an Materialien nimmt zu. Neuartige und komplexere Fertigungsprozesse ermöglichen neue Bearbeitungsmöglichkeiten von Holz, Metall, Glas, Stein etc. Individualisierte und spezielle Kundenwünsche in Bezug auf die Materialisierung in der Küche spiegeln sich auch im Preis wider.

Wie viel grosszügiger werden Küchen im Grundriss heute geplant?

Offen gestaltete Küchenkonzepte erscheinen per se grosszügiger. Die neuen Küchen weisen innenarchitektonische Qualitäten auf. Der Übergang von Küche und Wohnräumen ist fliessend. Dies wird unterstützt durch den kreativen Umgang mit Licht.

Die Materialisierungskonzepte der Küche sind hochwertig und stehen in nichts den Möbeln im Wohnraum nach. MieterInnen finden in ihrer Wohnung ein bestehendes Küchenkonzept vor, die Möglichkeit zur Individualisierung ist eingeschränkt oder mit Zusatzkosten verbunden.

Der grösste Fortschritt der Küchentechnik der letzten Jahre?

Küchenelektrogeräte übernehmen Aufgaben zur Fertigstellung von Essen mittels abgespeicherter Informationen. Dies erlaubt auch Menschen, die bisher nicht selbst gekocht haben oder keinen Zugang zum Thema Kochen hatten, ihre Menüs selbst zusammenzustellen. Plakativ formuliert, ist dies die «Demokratisierung des Kochens».

Revolutioniert Smart Living auch die Küchen?

Die Küche erlebt eine technologische Entwicklung insbesondere bei den elektrifizierten Geräten. Smart Living betrifft auch die Ergonomie: Bestimmte Elemente der Küche wie Arbeitsflächen sind in der Höhe verstellbar. Sinnvoll, da die Bewohner selten gleich gross sind. Kästchen zum Reingreifen werden von Rollschubladen abgelöst. Küchenbauer gehen besonders stark auf den Kundenkreis 50 plus ein: Die Lebensdauer einer Küche beträgt 30 Jahre, und in diesen Lebensjahren verändern sich die körperlichen Bedingungen wie Sehkraft und Beweglichkeit.

Der Computer wird auch in der Küche im Mittelpunkt stehen.

Wie entwickelt sich die Nachfrage?

Die Nachfrage nach Geräten wie dem Steamer, den man auf dem Nachhauseweg per Fernbedienung einschaltet, ist ausgewiesen. Da Küchenbauer und Händler stark nachfragegetrieben sind, werden intelligente Geräte in Zukunft mit Bestimmtheit noch vermehrt Einzug in die Küchen halten. Solche modernen Anschaffungen haben allerdings ihren Preis. 

Wie lange, bis sich die Küchen in dieser Richtung modernisiert haben?

Die Konnektivität der Geräte setzt sich nun zunehmend im Bewusstsein der Kunden fest. Da die Schweiz 4,5 Millionen Haushalte umfasst, wird es eine Weile dauern, bis diese Technologie sich überall durchgesetzt hat.

Sicher kann man heute schon sagen: Der Computer wird auch in der Küche im Mittelpunkt stehen.