«Minergie-A» ist die konsequente Ergänzung der bewährten Standards. «Die Anforderungen passen perfekt in das Bewertungsschema von Minergie und der SIA-Normen», sagt Franz Beyeler, Geschäftsführer MINERGIE Schweiz. Das erleichtert Kombinationen verschiedener Standards nach dem Baukastenprinzip sowie die Berechnung, Optimierung und Zertifizierung der Bauten nach einem einheitlichen Verfahren. Ein Minergie-A-Haus habe in der Energiebilanz im Minimum eine schwarze Null, so Beyeler. «Das bedeutet, dass der Aufwand für Raumwärme, Wassererwärmung und Lufterneuerung vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt wird.» Also durch Sonnenenergie, Biomasse, Erdwärme und Wärme aus der Aussenluft. Typisch für Minergie-A-Häuser sei die Kombination von Anlagen zur Nutzung dieser Energien: zum Beispiel Wärmepumpen und Solarzellen oder Sonnenkollektoren in Kombination mit Holzheizungen. Die Wärmedämmung der Aussenwände und des Daches sowie die Qualität der Fenster müssen aber mindestens dem Basisstandard von Minergie entsprechen.

Innovationen im Baumarkt
Für den Aufwand zur Errichtung der Gebäude und die Beschaffung der Systeme und Komponenten setzt der A-Standard Limiten. Denn die graue Energie ist in der Grösse vergleichbar mit dem Bedarf für Heizung und Wassererwärmung eines Niedrigenergiehauses. Bereits in der Grundkonzeption des Gebäudes sollte deshalb auf den Erstellungsaufwand geachtet werden, also beispielweise auf Materialien mit geringen Energieinhalten. «Die Optimierung des Hauses als Gesamtsystem steht im Vordergrund des neuen Standards. Dies wird ohne Zweifel zu Innovationen im Baumarkt führen», stellt Beyeler in Aussicht. Bisher hat Minergie Schweiz rund 150 Gebäude nach dem neuesten Standard zertifizieren können.