Das Bedürfnis, Stoffe zu recyceln, ist bei der Schweizer Bevölkerung gross. Besonders deutlich wird dies bei PET-Getränkeflaschen. Gut 80 Prozent der in Umlauf gebrachten Flaschen werden zu den speziell dafür vorgesehenen Sammelstellen gebracht.

Dieses zusammengetragene Material wird anschliessend stofflich verwertet und findet Eingang in neue PET-Flaschen oder andere Produkte wie Tragetaschen oder gar Kleider. Nicht nur beim Recycling von PET nimmt die Schweiz eine führende Stellung ein.

«Wir haben in der Schweiz ein gut funktionierendes Recyclingsystem. Im internationalen Vergleich gehört die Schweiz zu den Spitzenreitern punkto Siedlungsabfallrecycling», sagt Michael Hügi, Abfallspezialist beim Bundesamt für Umwelt.

Noch nicht in allen Kategorien so weit

Der Weg dahin war jedoch nicht immer einfach, wie das Beispiel der Batterien zeigt. «Batterien sind relativ klein, weshalb man versucht ist, diese in den Hauskehricht zu werfen», erklärt Hügi.

Der Schutz der Umwelt war früher der Hauptgrund für das Batterierecycling, da die Batterien damals oft noch das toxische Schwermetall Quecksilber enthielten. Heute sind sie praktisch quecksilberfrei. Das Recycling ist aber nach wie vor sinnvoll, denn es können wertvolle Metalle wie Ferromangan und Zink in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Noch nicht so weit ist man im Kunststoffrecycling. Hier beträgt die Quote gerade einmal elf Prozent. Neu besteht heute die Möglichkeit, leere Plastikflaschen von Milch, Shampoo oder Reinigungsmitteln bei Grossverteilern abzugeben.

«Bei  den Verbrauchern  besteht ein grosses Interesse daran, Kunststoff zu recyceln. Wir werden mit Anfragen überrannt, auch von den Gemeinden», sagt der Abfallspezialist.

Kunststoffrecycling

Es ist zwar unbestritten, dass Kunststoffrecycling aus ökologischer Sicht sinnvoll ist,  in Anbetracht der Vielfalt der Kunststoffsorten und der stark unterschiedlichen Qualität des Sammelgutes müsse aber geprüft werden, für welche Kunststoffabfälle eine separate Sammlung und Verwertung auch ökonomisch sinnvoll sei und wie schliesslich deren Finanzierung sichergestellt werden könne, sagt Michael Hügi.

Zurzeit läuft ein Projekt unter Beteiligung von Bund, Kantonen, Gemeindeverbänden und Akteuren der Abfall- und Recyclingwirtschaft mit dem Ziel, die bestehenden Recyclingsysteme für Kunststoff zu analysieren und eine gemeinsame Haltung des öffentlichen Gemeinwesens zum Kunststoffrecyling zu erarbeiten.