Die von allen 193 UNO-Mitgliedsstaaten im September 2015 verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiger Meilenstein, um die Herausforderungen der Nachhaltigkeits- und Entwicklungspolitik auf allen Ebenen wirkungsvoll anzugehen. Mit den 17 Sustainable Development Goals (SDG) hat die Staatengemeinschaft auf globaler Ebene Ziele festgelegt, die bis 2030 gemeinsam erreicht werden sollen.

Dabei geht es beispielsweise darum, die nach wie vor sehr grosse weltweite Armut zu lindern, die fortschreitende Zerstörung von natürlichen Lebensgrundlagen zu bekämpfen, faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen oder eine ressourcen- und energieeffiziente industrielle Produktion zu fördern. Sämtliche Staaten der Welt – im Norden wie im Süden – sind dazu aufgerufen, die Agenda 2030 gemeinsam umzusetzen.

Diese ist völkerrechtlich zwar nicht verbindlich, stellt aber für die Schweiz, wo die nachhaltige Entwicklung seit fast zwei Jahrzehnten in der Verfassung verankert ist, einen wichtigen Orientierungsrahmen dar.

Aufzeigen des Handlungsbedarfs

Der Bundesrat setzt sich für die Umsetzung der Agenda 2030 ein. Seit 1997 legt er seine politischen Absichten zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz in einer Strategie fest.

In der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016-2019 hebt er unter anderem hervor, wie bedeutend die gegenseitigen Wechselwirkungen zwischen Politikbereichen sowie einer möglichst guten Abstimmung zwischen Innen- und Aussenpolitik sind.

Dies gilt beispielsweise für die in der Schweiz konsumierten Güter, bei denen über zwei Drittel der Umweltbelastung im Ausland und nicht in der Schweiz anfallen. Oder für die globalen Anstrengungen für Frieden und wirtschaftlichen Wohlstand, die sich auch positiv auf unsere Sicherheit auswirken.

Gegenwärtig erarbeitet der Bund während einer Übergangsphase zusammen mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren eine Auslegeordnung zum aktuellen Stand der Umsetzung der Agenda 2030 durch die Schweiz.

Das Ziel ist, bis Mitte 2018 die wichtigsten Herausforderungen zu identifizieren, Schwerpunkte für die Umsetzung festzulegen und der UNO darüber Bericht zu erstatten.

Zusammenarbeit als Schlüssel des Erfolgs

Die Schweiz kann die ehrgeizigen Ziele nur erreichen, wenn alle gesellschaftlichen Akteure Hand in Hand zusammenarbeiten.

Dabei kann der Bund auf eine immer breitere Unterstützung und eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Verbänden der Wirtschaft, zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Wissenschaft zählen.

Denn viele sehen die letztlich sehr liberale Agenda 2030 zu Recht als eine Chance für eine noch wettbewerbsfähigere, gerechtere und zukunftsfähigere Schweiz.

Diese Kräfte gilt es nun zu bündeln und den regelmässigen Austausch zu stärken, weshalb der Bund den «Dialog 2030 für nachhaltige Entwicklung» ins Leben gerufen hat. Mit diesem fördert er die breite und themenübergreifende Diskussion mit vielen Akteuren.

Lösungen für eine zukunftsfähige Schweiz

Viele Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen engagieren sich bereits heute mit innovativen Ansätzen und grossem Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung.

So entwickeln sie innovative Methoden und Geschäftsmodelle, durch die der Verbrauch von Energie oder natürlichen Ressourcen gesenkt werden kann, setzen Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben um, gehen Partnerschaften mit öffentlichen und privaten Akteuren ein, um gesellschaftliche Ungleichheiten wirkungsvoll zu bekämpfen, oder richten ihre Investitionen an Projekte mit hohem gesellschaftlichem oder ökologischem Mehrwert aus.

Die zahlreichen Initiativen, die dabei gegenwärtig entstehen, gilt es bekanntzumachen und gezielt zu unterstützen. Nutzen wir bei unserem Handeln die Sustainable Development Goals als Kompass, der uns die gemeinsam anzustrebende Richtung für eine zukunftsfähige Entwicklung aufzeigt!