Gehört die Energiezukunft der Photovoltaik? Ja, der Schlüssel liegt in der Wettbewerbsfähigkeit des Solarstroms.
 

Sonnenstrahlen durch Solarzellen in elektrische Energie umwandeln: Die Technik nennt sich Photovoltaik und gilt als versprechendste Innovation für die zukünftige Energieversorgung. Bereits 1839 entdeckte der Physiker Becquerel den physikalischen Effekt der Photovoltaik. Doch erst mehr als ein Jahrhundert später sollte seine Idee erstmals in der Raumfahrt aktiv umgesetzt werden. Heute boomt die Photovoltaik-Branche, nicht zuletzt wegen des gestiegenen Bewusstseins über die Endlichkeit fossiler Ressourcen. Über die letzten zehn Jahre erlebte die Branche einen rasanten Aufschwung mit jährlichen weltweiten Marktwachstumsraten von um die 40 prozent.

«Das Potenzial von Solarstrom ist riesig.»


Gemäss David Stickelberger, Geschäftsführer von Swissolar, ist die Photovoltaik mittlerweile im Massenmarkt angelangt: «Bei der Photovoltaik in Deutschland haben die Stromkosten für den Haushaltsendkunden Grid-Parity erlangt. Strom aus Solarenergie kann mit Strom aus konventionellen Energieträgern konkurrieren.» Effiziente Produktionsverfahren und Massenproduktion machen die Herstellung von Solarmodulen immer günstiger, wodurch auch die Preise für Photovoltaikanlagen sinken. «Bei der traditionellen Silizium-Technologie konnten die Kosten in der Solarmodulproduktion erheblich gesenkt werden. Gleiches trifft auf die Dünnschichtsolarzellen zu. Generell haben sich die Solarmodulpreise auf der Grosshandelsebene mittlerweile auf über ein Drittel reduziert. Nun muss sich zeigen, welche Technologie künftig die Nase vorn haben wird», so Stickelberger.

Eine Zukunft mit der Sonne
Das Potenzial von Solarstrom ist riesig. Schon heute werden Photovoltaikanlagen in Industrie, öffentlichen Gebäuden und Eigenheimen eingesetzt. Im Leitmarkt Deutschland werden bereits 4 prozent des Stroms mit Solarzellen erzeugt – in der Schweiz erst ein Bruchteil eines Prozents. Die Förderung von Solarstrom in der Schweiz ist gemäss Stickelberger zu zaghaft, da die kostendeckende Einspeisevergütung zu wenig Anlagen fördert. Wurden in der Schweiz bisher mit diesem Instrument etwa 7 Watt Solarzellen pro Kopf in Betrieb genommen, was einer Solarzelle von der Grösse eines Schulhefts entspricht, so war allein der Zuwachs in Deutschland 2013 vierzehnmal höher.


Die Schweiz hat auf dem Gebiet der Photovoltaik weltweit führende Kompetenzen in Forschung, Technologie und Anwendung. Doch der Verdrängungswettkampf um die kostengünstigsten Module auf dem PV-Markt ist in vollem Gange und kleinere Anbieter ziehen meist den Kürzeren. «Die Schweiz muss den Regionalmarkt der Photovoltaik stärken, um nicht von der ausländischen Konkurrenz überflutet zu werden», so Stickelberger. Photovoltaik generiert letztlich nicht nur umweltfreundliche Energie, sondern auch viele spannende Arbeitsplätze, vor allem im technischen Bereich.