Wussten Sie, dass ihre Küchenabfälle eine wertvolle Energieressource sind? Durch  den Gärprozess von organischen Abfällen wie Grüngut oder Speiseresten entsteht erneuerbares und CO2-neutrales Biogas. Auch die Landwirtschaft trägt einen Teil zur Herstellung von Biogas bei. Eine Kuh produziert pro Tag etwa 10 bis 20 kg Mist. Daraus lassen sich 1–2 Kubikmeter Biogas gewinnen. Die Biomasse, welche eine Kuh in einem Jahr erzeugt, entspricht etwa der Energie von 300 Liter Heizöl. Bereitet man Biogas auf Erdgas-Qualität auf, kann es anschlies­send als «sauberes» Biogas in Strom und Wärme umgesetzt oder in die Erdgas-Leitungen eingespeist werden. Durch das Schweizer Erdgas-Netz fliesst das Biogas schliesslich zu den Kunden, die es zum Heizen oder zum Autofahren nutzen.

Eine unerschöpfliche Ressource
Dank der ständigen Verfügbarkeit von Abfällen ist Biogas im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenenergie keinen kurzfristigen Schwankungen ausgesetzt. Dies verleiht Biogas ein grosses Zukunftspotenzial. Die Energiequelle besitzt zudem den Vorteil, dass im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien keine zusätzlichen Ausgaben anfallen, da die Heizungsanlage für die Umstellung auf Biogas nicht angepasst werden muss. Biogas verfügt somit nebst seiner CO2-Neutralität über einen hohen Anwendungskomfort, wobei es eine wartungsarme und rückstandsfreie Verbrennung gestattet. Grosse Sparpotenziale im Gebäudebereich sind volkswirtschaftlich und umweltwissenschaftlich von grossem Interesse. Denn der Gebäudebereich ist für den Verbrauch stofflicher Ressourcen, das Abfallaufkommen und die Umweltbelastung unserer Gesellschaft massgeblich verantwortlich. Gemäss Bundesamt für Energie werden heute knapp 50% des schweizerischen Primärenergieverbrauchs für Gebäude aufgewendet: 30% für Heizung, Klimatisierung und Warmwasser, 14% für Elektrizität und etwa 6% für die Herstellung und den Unterhalt. Damit wird fast die Hälfte des schweizerischen Energieverbrauchs für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung benötigt. Würde sich Biogas beim Heizen künftig als Energieträger durchsetzen, liesse sich unsere Ökobilanz deutlich verbessern.

Auf gutem Weg
Das Biomassepotenzial in der Schweiz wird nach wie vor zu wenig ausgeschöpft. Dennoch, bei allen Verantwortlichen wächst das Interesse an Energie aus Biomasse und bei den politischen Rahmenbedingungen sind Verbesserungen absehbar. Als Beitrag zur Erreichung der CO2-Ziele setzt sich der Bund für die Förderung von umweltschonenden Treibstoffen, inkl. Erdgas ein. Letzteres soll über eine Revision des Mineralölsteuergesetzes erreicht werden. Das Schweizer Parlament hat im März 2007 beschlossen, die Mineralölsteuer auf Erdgas und Flüssiggas um 40 Rappen pro Liter zu senken. Dabei wurden gleichzeitig Biogas und alle anderen Treibstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen von dieser Steuer gänzlich befreit. Denken Sie jetzt daran, wenn Sie an kalten Tagen mehr Zeit im geheizten Heim als draussen verbringen: Mit der Nutzung CO2-neutralem und erneuerbarem Biogas können Sie einen wichtigen Beitrag zu unseren Klimazielen leisten, ohne Ihre Brieftasche durch zusätzliche Investitionen in die Heizungsanlage zu belasten.