Die Energie aus der Sonne kann man nicht nur durch Solarzellen auf dem Dach gewinnen. Auch die Fassade kann zur Stromgewinnungsanlage werden. Eine Fenstertechnik der neuen Art macht die Fensterscheiben zu Sonnenstromzellen.

Strom aus dem Fenster
Sonnenschutzbeschichtete Fensterscheiben gibt es zwar schon länger, doch stets mangelte es an Witterungsbeständigkeit. «Wir haben auf der einen Seite eine bessere Fassadenisolation und dreifach isolierte Fenster, was dem Minergie-Standard entspricht. Und auf der anderen Seite können die Fenster gleich auch selbst Strom produzieren», erklärt Emanuel Schleiffer von EnergyOptimizier. Dass Stromsparen auch mit Ästhetik einhergehen kann, zeigt das Projekt «Haus der Schönheit»: Ein 41-jähriges Gebäude, Hauptsitz eines Unternehmens, das für Schönheit und Ästhetik steht, hat nun nicht nur ein sinnvolles, optisch ansprechendes Design, sondern hat auch einen ökologischen Mehrwert.

Fassade liefert Ertrag
So konnte im Haus der Schönheit eine Solaranlage von 100 Quadratmetern, die fast 10 000 Kilowattstunden erzeugt, eingebaut werden. Dadurch können rund zehn Prozent des Jahresbedarfs abgedeckt werden. Denn die Fenster haben einen guten Wärmedämmwert, welcher dem Minergie-Standard mit einem U-Wert von 0,7 entspricht, lassen viel Wärme und Licht der Sonne nach innen durch und wirken sich positiv auf Heiz- und Stromkosten aus. «Weil man eine bessere Stromproduktion hat, wird sich die Fassade auch schneller amortisieren, schliesslich hat man einen Ertrag aus dieser Fassade. Die Investition ist zwar ein bisschen höher, aber langfristig lohnt es sich», sagt Emanuel Schleiffer. Am besten geeignet seien Südfassaden, aber auch Ost- und Westfassaden können sich lohnen, sofern sie nicht beschattet werden.