Nicht erst seit der Katastrophe von Fukushima sorgt die Diskussion um die Energiefrage für heisse Köpfe. Während die einen Menschen ganz auf den technischen Fortschritt zur Lösung des Problems setzen, suchen andere nach Alternativen. Ein möglicher Weg ist die so genannte Suffizienz, was so viel wie «Genügsamkeit» bedeutet. Die Kernfrage lautet: Wie viel ist genug? Wie viel braucht jeder von uns, wie viel will jeder haben? Dabei geht es nicht um Einschränkung, Verzicht oder Wohlstandsverlust. Vielmehr möchte man Verschwendung vermeiden und Kreativität nicht dazu verwenden, immer noch mehr Produkte herzustellen. Es gilt also darüber nachzudenken, wie Zeit und Ressourcen möglichst sinnvoll eingesetzt werden können. Der moderne Mensch soll sich auf das Wesentliche besinnen, im Bewusstsein, dass weniger Komfort und Konsum nicht zwangsläufig bedeutet, dass man weniger glücklich ist – im Gegenteil.

Helionauten in der Vorreiterrolle
Wer an einem möglichst geringen Energieverbrauch interessiert ist, kann einen Beitrag leisten, indem er der Energie Genossenschaft Schweiz beitritt. Diejenigen die noch einen Schritt weiter gehen, nennen sich Helionauten, ein Wortspiel aus Helios für Sonne und Kosmonaut/Astronaut für einen Menschen, der in neue Sphären vordringt. Sie wollen wenn immer möglich auf fossile bzw. nukleare Energiequellen verzichten und auf Solarenergie setzen. Doch damit ist es nicht getan. Gemäss ihrer Charta achten sie beispielsweise darauf, zu welchem Zeitpunkt sie ihre erneuerbare Energie nutzen. So wird die Waschmaschine über Mittag eingeschaltet, wenn der höchste Sonnenstand am meisten Energie garantiert. Selbstverständlich kennen sie auch ihren jährlichen Energieverbrauch, und graue Energie ist ein wichtiges Thema. Ganz allgemein bemühen sie sich um eine Reduktion des Energieverbrauchs, unter anderem auch, indem sie ihre Mobilitätsbedürfnisse mit möglichst geringem Energieaufwand decken. Helionauten leben aktiv und freiwillig einen Lebensstil, der notwendige gesellschaftliche Umwälzungen im Energieverbrauch vorzeigt und beflügelt.