Unser Ziel muss es sein, das Land und die Umwelt zu schützen. Die Sonnenenergie ist ein guter Weg für den schonen Umgang mit immer knapper werdenden Ressourcen. Doch vor der Installation steht noch immer ein umfangreiches Genehmigungsverfahren, was für eine Umsetzung gut gemeinter Vorhaben bisher eher hinderlich ist. Am 3. März 2013 hat das Schweizer Stimmvolk nun die Chance, über das neue Raumplanungsgesetz abzustimmen, das unter anderem auch eine Vereinfachung der Bewilligungspraxis für den Bau von Solaranlagen vorsieht. Konkret geht es um die Revision des Artikels 18a des Raumplanungsgesetzes, in dem diese Genehmigung geregelt ist.

Landschaftsschutz und Solartechnik stehen nicht im Widerspruch
«Das neue Gesetz wird der Herausforderung gerecht, Landreserven zu schonen und besiedeltes Gebiet effizienter zu nutzen – auch zur Energiegewinnung mittels Solaranlagen», erklärt Stefan Batzli. Er ist Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE), die sich auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene und über die Landesgrenzen hinaus für energiepolitische Themen einsetzt. Zusammen mit Swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenergie, gehören diese beiden Interessensvertreter zu den Befürwortern der Revision des Raumplanungsgesetzes. Gemeinsam ist man der Ansicht, dass ausreichend angepasste Solaranlagen in Zukunft keine Baubewilligung mehr benötigen sollen. Der Geschäftsführer von Swissolar fügt hinzu: «Mit diesem Verzicht auf Bürokratie machen wir einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Energiewende. Da die Schweizer Installateure grossen Wert auf die sorgfältige Integration von Anlagen legen, werden wir auch den hohen ästhetischen Ansprüchen an das Ortsbild gerecht.» Anlagen in der Nähe von Kulturdenkmälern bleiben von den Änderungen jedoch in jedem Fall unberührt, diese werden weiterhin bewilligungspflichtig bleiben. Was die Gesetzesrevision jedoch verhindern könnte, wäre eine grundsätzlicher Ausschluss von Bewilligungen in geschützten Ortskernen.
 

«Ein Verzicht auf ­Bürokratie bedeutet der
Energiewende einen kleinen Schritt näher zu kommen.»

Wärmeenergie könnte ein Fünftel des Wärmebedarfs decken
Es besteht somit bei der Abstimmung am 3. März 2013 zumindest die Chance, den Bau von mehr Solaranlagen, deren Nutzen für eine nachhaltige Energieversorgung förderlich ist, weiter zu begünstigen. Bis 2025 könnten 20 Prozent des in der Schweiz benötigen Stroms durch Photovoltaikanlagen produziert werden. Ähnlich ehrgeizige Ziele gelten für die thermischen Solaranlagen: Sie sollen bis zum Jahre 2035 ein Fünftel des Wärmebedarfs in Wohngebäuden sichern, so zumindest fordern es die Experten von Swissolar. Die Bedingungen hierfür sind in der Schweiz sehr gut, denn es sind ausreichend Dachflächen vorhanden. Zur Umsetzung des Swissolar-Photovoltaikzieles genügen etwa 90 Quadratkilometer Fläche insgesamt oder 12 Quadratmeter pro Einwohner – eine Fläche, die vollständig auf unseren Gebäuden verfügbar ist. Somit wären freistehende Anlagen nur in Ausnahmefällen erforderlich. Diese machen laut David Stickelberger auch nur dann Sinn, wenn der potenzielle Energieertrag und der Eingriff in die Natur in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Wie effizient die Nutzung von Sonnenenergie sein kann, das zeigen konkrete Berechnungen am Besten: Bei einem bewussten Umgang mit der Energie, könnte eine Anlage von rund 3 kW auf einer Fläche von 21 m2 den gesamte Jahresbedarf produzieren. Solarenergie hat somit eine sehr gute Chance unsere Ressourcen nachhaltig zu schonen.