Saubere Energie, Unabhängigkeit und dazu noch Kostengünstigkeit: Die Vorteile der Solarthermie liegen auf der Hand und sollen in Zukunft noch mehr ausgeschöpft werden. In der Schweiz sind rund 50 000 Anlagen für die thermische Nutzung der Solarenergie in Betrieb. «Die Sonne wird auch in der Schweiz zentraler Bestandteil der künftigen Energieversorgung», sagt Robert Diana, Leiter Fachbereich Clima Heizung, Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband suissetec. Denn Sonnenenergie hat grosses Potenzial. «Einerseits zur Stromgewinnung, andererseits zur Wärmegewinnung. Dabei ist die Wärmegewinnung für Privathaushalte besonders interessant», so Diana. Wer die Energie der Sonne nutzt, belastet die Umwelt nicht. Die Solarwärmeanlagen sind zudem relativ kostengünstig und leisten deutlich mehr als 20 Jahre lang ihren Dienst», erklärt der Experte. Ein grosser Vorteil ist auch, dass Sonnenkollektoren die Hausbesitzer unabhängiger von den Energiekosten ­machen.

Solaranlagen haben grosses Potenzial
Solaranlagen stellen im Allgemeinen etwa 70 Prozent des Warmwassers mit Hilfe der Sonne bereit. Eine weitgehend solare Energieversorgung eines Gebäudes ist technisch also möglich. Dafür eignen sich laut Robert Diana besonders Neubauten, die einen sehr tiefen Wärmebedarf aufweisen, wie etwa Minergie- oder Passivhäuser. Dabei nutzen Solaranlagen die Sonne auf relativ einfache und dabei sehr effiziente Weise. Eine solarthermische Anlage arbeitet mit Hilfe von Kollektoren, die auf dem Dach installiert werden. Die darin erzeugte Wärme wird in einem Solarspeicher gesammelt und in die Sanitär- und Heizungsinstallation im Haus eingespeist. «Ein Vorteil ist sicherlich, dass auch kleinere Flächen zur Sonnenwärmenutzung verwendet werden können», weiss Diana. So lassen sich Kollektoren auch an Hauswänden, Brüstungen, Balkonen oder auf Vor- oder Garagendächern platzieren. Jedoch sollten die Kollektoren nicht durch Bäume oder Nachbarhäuser beschattet werden, da ansonsten die Leistung stark abnimmt.Dabei liefert die Sonne Energie für das Warmwasser und die Heizung, nicht nur dann, wenn sie vom Himmel strahlt, sondern bei fast jedem Wetter. Selbst an kalten, klaren Wintertagen liefert die Anlage noch immer einen Teil der Energie für die Erwärmung des Trinkwarmwassers. Nebst dem Warmwasser lässt sich die Sonne aber auch nutzen, um einen Teil der Wärmeenergie für die Heizung bizusteuern. Solarsysteme zur Heizungsunterstützung erreichen in der Regel einen solaren Deckungsgrad zwischen 20 und 30 Prozent – je nach Wärmebedarf und Platzverhältnissen. Für optimale Energieausbeute sollten Kollektoren nach Süden, Südwesten oder Südosten ausgerichtet sein.

Subventionen für Solarthermie
Wie steht es mit den Subventionen für Solarthermie in der Schweiz? «Die meisten Kantone und viele Gemeinden unterstützen die Solarenergie und zahlen Förderbeiträge», sagt Diana. Zusätzlich ist in fast allen Kantonen die Investition in eine Solaranlage auf einem bestehenden Gebäude steuerlich abzugsfähig. Für kleinere Anlagen ist zudem vielerorts keine spezielle Bewilligung nötig, sondern oft reicht ein vereinfachtes Baubewilligungsverfahren oder die Meldepflicht. Die Zukunftsaussichten für Solarwärme sehen laut Diana sehr positiv aus. «Solarenergie, insbesondere Solarwärme hat ein Riesenpotenzial und wird in der zukünftigen Energieversorgung eine grosse Rolle spielen». Denn in der Energieversorgung der Zukunft muss ein grosser Anteil der Energie direkt vor Ort produziert werden. «Solarwärme ist dafür die beste und effi­zienteste Energietechnik für die Warmwasserbereitung. Deshalb wird sie fester Bestandteil der Gesamtsysteme sein, mit denen Kombination der verschiedenen Energietechniken in der Zukunft der Energiebedarf gedeckt wird.» Swissolar hat sich dazu hohe Ziele gesetzt und will erreichen, dass bis 2035 vom Energiebedarf für Raumwärme und Warmwasser 20 Prozent solar gedeckt werden. Dazu müssen in der Schweiz zwei Quadratmeter Sonnenkollektoren pro Einwohner installiert sein. Beim zurzeit erarbeiteten «Masterplan Solarwärme» von Swissolar ist suissetec an vordester Front mit dabei.