Für Neubauten gibt es in der Schweiz staatlich deklarierte Mindestanforderungen. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) garantieren einen niedrigen Energieverbrauch. Wer zusätzliche Massnahmen ergreifen will, hat die Möglichkeit, nach Standards wie Minergie zu bauen. Bei Sanierungen ist das Potenzial für Enerigeeffizienz erfahrungsgemäss am grössten. Hier ist entscheidend, dass nach einem Gesamtkonzept saniert wird, damit dieses Potenzial mit wirtschaftlichen Massnahmen ausgeschöpft werden kann. Oft können mit einfachen und kostengünstigen Betriebsoptimierungsmassnahmen übergangsfristig bereits beträchtliche Einsparungen realisiert werden. Schwächen orten Branchenkenner bei den mangelnden Fachkräften. Mit andern Worten: Soll die Sanierungsrate erhöht werden, was für die Umsetzung der Energiestrategie unumgänglich ist, braucht es zusätzliche Fachleute. Die Branche setzt deshalb gezielt auf die Nachwuchsförderung. Die verschiedenen Berufe innerhalb der Gebäudetechnik seien attraktiv, wird betont. Um die neuen Systeme und Sanierungskonzepte umsetzen zu können, ist aber viel Fachwissen und vernetztes Denken nötig.

Erhöhung der Ausnützungsziffer
Die Frage nach einer intelligenten, energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudestrategie lässt sich nicht generalisieren. Tatsache indes ist, dass die grossen Herausforderungen bei der Sanierung des Gebäudebestandes zu finden sind. Gerade bei Sanierungen sei deshalb ein objektbezogenes Konzept das A und O für den Erfolg, sagt Christoph Schaer. Er warnt davor, sich ausschliesslich auf die Kosten zu fixieren. Weitaus wichtiger seien zwei andere Faktoren: die Investition und der daraus resultierende Nutzen. Die Investition basiert auf den Massnahmen, die aufgrund des Konzeptes gewählt werden. Der Nutzen wiederum kann sich einerseits durch eine Reduktion von Energiekosten manifestieren, anderseits müssen aber auch weitere Nutzenaspekte mit einbezogen werden wie zusätzlicher Komfort, mehr Wohnraum, das heisst Erhöhung der Ausnützungsziffer, steuerliche Abzugsmöglichkeiten und eine bessere Lebensqualität.

Marktfähige Technologie
Fördermittel spielen eine wichtige Rolle, um Aktivitäten auszulösen, die sonst aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfolgen würden. Ist eine Technologie später marktfähig, wird die Förderung obsolet. Als Beispiel sieht man das deutlich bei der Photovoltaik: Dank der Förderung werden viele Anlagen realisiert, wodurch die Produktion gesteigert und optimiert werden kann. Dadurch wiederum können die Gestehungskosten markant verringert werden. Die Technologie nähert sich den Marktpreisen an und findet auch ohne Fördermittel eine breitflächige wirtschaftliche Anwendung.