Erfüllen will diesen Traum eine internationale Mannschaft, bestehend aus Physikern, Ingenieuren, Schiffkonstrukteuren und Seglern. Sie tragen tagtäglich und Seemeile für Seemeile zum Erfolg dieser einmaligen Reise mit Solarenergie bei. Raphaël Domjan, Initiator und Expeditionsleiter von Planet Solar, gab uns einen Einblick ins Logbuch und berichtete von den Herausforderungen, die er und sein Team zu meistern haben.

Wo auf der Landkarte befindet sich die Tûranor Planet Solar gerade?
Vor Abu Dhabi. Hier findet gerade das World Future Energy Summit statt. Wir sind mit einem Stand an der Ausstellung vertreten und werden noch mindestens eine Woche hier bleiben.

Welchen Gefahren ist Planet Solar auf der Reise ausgesetzt? Stimmt es, dass Piraten Ihnen zur Zeit Sorgen bereiten?
Unsere nächste Etappe ist zugleich eine der riskantesten. Im Golf von Aden könnten tatsächlich Piraten auf uns lauern. Natürlich sind wir besorgt und seit Monaten mit den Vorbereitungen die gefährliche Fahrt über das Rote Meer beschäftigt. Während der Überfahrt wird Planet Solar unter der Aufsicht des ehemaligen Schweizer Armeechefs Christophe Keckeis stehen. Zudem wird ein Team gut ausgebildete Spezialisten an Bord sein. Abgesehen von Piraten sind auch schlechte Wetterverhältnisse und eine unruhige See Risikofaktoren. Gerade in den grossen Gewässer in denen wir uns bewegen – wie der Atlantik oder Pazifik – trifft man häufig auf gefährliche Bedinungen.

Wie entstand die Idee, das Schiff mit Hilfe von Solarenergie segeln zu lassen?
Meine Idee begann im Jahr 2004 heranzureifen. Als naturverbundener Mensch und starker Befürworter der sauberen Energie wollte ich das riesige Potenzial der erneuerbaren Energien aufzeigen. Das Solarschiff sollte beweisen, dass ein Motorboot bereits heute ohne fossile Brennstoffe funktionieren kann und dass die ökologische Schifffahrt eine wirtschaftliche Zukunft hat.

Gab es Schwierigkeiten bei der Planung und Realisierung des Projekts?
Sie müssen sich vorstellen, dass ich anfangs mit meiner etwas verrückten Idee als einfacher Ingenieur ohne Beziehungsnetz ziemlich alleine dastand. Es war wohl die grösste Herausforderung meines Lebens, die finanziellen Mittel und Partner für das Projekt aufzutreiben und ein professionelles Team zusammenzustellen. Heute, acht Jahre später, bin ich überglücklich. Wir haben ein ausgezeichnetes, hochprofessionell arbeitendes Team und ein technisch einwandfrei funktionierendes Solarschiff.

Welche Ziele haben Sie bis jetzt erreicht und was haben Sie sich noch vorgenommen?
Ein Grossteil meiner Vision hat sich mit dem Bau des Solarschiffs bereits erfüllt. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, dass uns die Weltumrundung gelingt und unsere Planet-Solar-Crew sicher den Hafen von Monaco erreicht.

Welche Wirkung erhoffen Sie sich von der Weltumseglung und würden Sie diese Herausforderung erneut annehmen?
Die ganze Welt würde ich nicht nochmals umsegeln wollen. Eine etwas kürzere Reise kann ich mir aber gut vorstellen. Ich werde auch künftig meine Vision und Message über die Nutzungsmöglichkeiten von Solarenergie weitertragen. Ich möchte Optimismus streuen und den Leuten aufzeigen, dass wir in der Schweiz bereits heute das nötige Know-how und die Technologie besitzen, um dank dem Einsatz von erneuerbaren Energien besser im Einklang mit der Natur leben zu können. Ich spreche von einem riesigen Potenzial für unsere Energiezukunft.