Das Herzstück des Hauses ist ein Batteriespeicher. Dieser spezielle Speicher deckt nicht nur den täglichen Energiebedarf, sondern gewährleistet auch den Energiefluss im Gebäude. Mit diesem zukunftsorientierten Projekt ist eine Pionierleistung realisiert worden.

 

Viel Pioniergeist und Fachwissen war gefragt

 

«Wir wollten mit diesem Bau aufzeigen, dass die Sonne als Energielieferant ausreicht, ein Gebäude inklusive seiner Bewohner das ganze Jahr über mit Energie zu versorgen. Es reicht sogar auch, einen Teil der Mobilität damit abzudecken und das bei erhöhtem Wohnkomfort. Vorbild war das Verhalten eines Eichhörnchens; dieses verfolgt das Energiesystem ‹4S› und das beinhaltet die vier Punkte Sammeln, Speichern, Sparen und Schonen», erklärt René Schmid, Architekt des ersten energieautarken Mehrfamilienhauses. Energieeffizienz ist ein Schlüsselfaktor bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und ein Wachstumsmarkt für die Solarindustrie. Für die Realisierung dieses Projektes brauchte es viel Know-how und die Zusammenarbeit mit Spezialisten in den Bereichen Smart Energy, Gebäudehülle und Dachersatz, Photovoltaik to Heat sowie Batteriespeicher.

 

Intelligenter Batteriespeicher für den kurz- und mittelfristigen Bedarf

 

Das Mehrfamilienhaus in Brütten ist ein Leuchtturmprojekt der Umwelt Arena Spreitenbach. Solarspezialisten haben die Planung, Lieferung und Installation des Herzstücks dieses weltweit einmaligen Projekts übernommen. Der intelligente Batteriespeicher speichert den erzeugten Strom für den kurz- und mittelfristigen Gebrauch. Zusätzlich übernimmt die Anlage auch die Steuerung des Stromflusses im Gebäude, die gesamte Planung der Stromversorgung und die Reservehaltung von genügend Ersatzstrom. Bereits eine Stunde sonniges Wetter im Sommer reicht aus, um das Mehrfamilienhaus während eines Tages mit Strom zu versorgen. Die Kapazität des Speichers ist so ausgelegt, dass er das Gebäude während drei bis vier Tagen mit genügend Energie versorgen kann.

 

Langzeitspeicher mit Brennstoffzelle für kalte Tage ohne Sonne

 

Ein raffiniertes System mit unterschiedlichen Speicherelementen sorgt dafür, dass das Gebäude auch in Schlechtwetterperioden über ausreichend Energie verfügt. Denn das energieautarke Mehrfamilienhaus muss sich während eines dreimonatigen kalten Winters ohne direkte Sonneneinstrahlung selber versorgen können. In solchen ausserordentlichen Situationen wird das Haus seine Energie aus einem Langzeitspeicher im Boden beziehen. Die raffinierte Anlage nutzt dazu überschüssige Solarenergie und gewinnt aus Wasser mittels Elektrolyse Wasserstoff. Dieser wird im Speicher zwischengelagert und bei Bedarf in einer Brennstoffzelle in elektrische und thermische Energie umgewandelt.

«Die Erfahrungen mit diesem Projekt zeigen, dass die Umsetzung der Energiestrategie 2050 bereits heute möglich ist, wenn die vorhandenen Technologien und das Know-how konsequent genutzt und kombiniert werden», bestätigt Architekt René Schmid.