Pierre Honegger
Präsident IG Passivhaus Schweiz

Während in den 1960er- und 70er-Jahren Häuser mit geringer thermischer Isolation und hohem Energieverbrauch erstellt wurden, sank diese Zahl durch verbesserte Haustechnik und Wärmedämmung in den letzten Jahren kontinuierlich. Heute garantiert der Passivhaus-Standard eine markante Reduktion des Energieverbrauchs eines Einfamilienhauses. Beim Passivhaus werden Energiequellen wie Sonne, Erdwärme, im Gebäude vorhandene Energie von Bewohnern, Beleuchtung und Haushaltgeräten sowie von Unterhaltungselektronik und PCs genutzt. Die Wärmerückgewinnung über eine Komfortlüftung beträgt rund 90 Prozent.

Erneuerbare Energien
«Beim Passivhaus werden Energieverluste konsequent vermieden», erläutert Pierre Honegger, Architekt und Präsident der IG Passivhaus Schweiz. Das Haus hat einen geringen Energiebedarf, die Unterhaltskosten sind ebenfalls tief. Die Gebäudekonstruktion erfolgt ohne Wärmebrücken und die Gebäudehülle steht zur Energiebezugsfläche in einem optimalen Verhältnis. Grundsätzlich werden erneuerbare Energien genutzt, und sämtliche Anlagen, die ohnehin zum Bau und Betrieb eines Gebäudes möglich sind, werden konsequent optimiert.

Komfortable Häuser
Honegger ortet beim Passivhaus zusätzliches Optimierungspotenzial wie effizientere Baumaterialien und Haustechnikgeräte sowie leistungsfähigere Photovoltaikanlagen. «Auch wenn uns Erdöl noch für rund 40 Jahre, Erdgas noch 60 Jahre und Kohle noch gut 100 Jahre zur Verfügung stehen, verträgt unser Klima eine so lange Nutzung dieser Brennstoffe nicht», prognostiziert er. Heute könne man Häuser bauen, für deren Heizung keine fossilen Brennstoffe mehr nötig sind. Die Umweltbelastung werde dadurch auf ein Minimum reduziert und der Hausbesitzer sichere sich bei höherem Komfort Unabhängigkeit von den Preisentwicklungen auf dem Markt.