Was genau ist Biomasse, wie setzt sie sich zusammen?

Unter Biomasse versteht man alle Stoffe, die biogenen Ursprungs sind, also alle pflanzlichen Materialien, die mittels Sonnenlicht wachsen. Dies umfasst alle Kategorien von Holz (Waldholz, Restholz, Altholz, Landschaftsholz) bis zu Ernterückständen, Rasenschnittgut, Stoffwechselprodukten wie Gülle und Mist und tierischen Rückständen.

Welchen Anteil hat Biomasse am gesamten Energiemix in der Schweiz?

Holz hat als Energiequelle einen Anteil am gesamten Energiemix von fünf Prozent. Holz wird vor allem zur Wärmeerzeugung eingesetzt, aber auch die Produktion von Strom ist möglich.

Die anderen erwähnten Stoffe können in Biogasanlagen zu wertvollem Kompost und den Energieformen Strom, Wärme, Biotreib- und Brennstoff umgewandelt werden.

Zurzeit wird dem Erdgas über 20 Prozent Biogas beigemischt. Bei der Stromproduktion beträgt der Anteil Biogasstrom rund 14 Prozent aller neuen erneuerbaren Stromproduktionsformen.

Wo steht die Biomasse als natürliche Energiequelle im internationalen Vergleich?

In Deutschland und Österreich wird viel mehr Biogas produziert als in der Schweiz. In den anderen europäischen Ländern ist die Biogasproduktion weniger weit fortgeschritten. Im Vergleich zu den skandinavischen Ländern nutzt die Schweiz wenig Energieholz.

Verglichen mit Deutschland und Österreich sind wir da fast auf Augenhöhe. Gegenüber den übrigen europäischen Ländern hingegen nutzt die Schweiz überdurchschnittlich viel Energieholz.

Wie kann diese Energieform gefördert werden; wo sehen Sie das Potenzial?

Das Potenzial für Biogas besteht vor allem beim Hofdünger (Mist und Gülle). So werden momentan nur rund sechs Prozent dieses Materials über eine Biogasanlage energetisch verwertet. Die politischen Rahmenbedingungen sind aber derzeit nicht gegeben, dieses Potenzial kurzfristig massiv zu erhöhen. Die Förderung durch die KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) läuft aus.

Wichtig ist, dass in Zukunft alle Umweltleistungen der Biogasanlagen vergütet werden. So sollen zum Beispiel die positiven Auswirkungen auf den Boden, die Luft und das Klima abgegolten werden.

Auch im Bereich des Grüngutes, das durch die Gemeinden gesammelt wird, gibt es ein grosses Potenzial: Es werden noch längst nicht alle Garten- und Küchenabfälle getrennt gesammelt und in einer Biogasanlage verwertet.

Sowohl bei den kleinen handbeschickten Holzheizungen als auch bei den automatischen Pellet- und Schnitzelheizungen könnte die heutige Nutzung problemlos um 50 Prozent gesteigert werden.