Ihre Firmen sind Mitglieder in der Allianz 2SOL. Können Sie uns das Funktionsprinzip von 2SOL erklären?
Pfiffner: Wir verwenden die Erde als saisonalen Zwischenspeicher. D.h.: Die überschüssige Wärme über die Hybridzellen im Sommer wird im Erdreich gespeichert und im Winter entnommen.

Mielebacher: Der Hybridkollektor, beziehungsweise das Dach erntet Strom und Wärme von der Sonne. Um den unterschiedlichen Ertrag ausgleichen zu können, sind Erdwärmesonden als zusätzliche Wärmequelle notwendig. Im Sommer wird über den Hybridkollektor eine Regeneration des Erdwärmespeichers ermöglicht. Durch diese Bewirtschaftung des Erdreichs kann eine hohe sowie gleichbleibende Gesamteffizienz des Systems erreicht werden. Die Effizienz der Wärmepumpe ist auch im tiefen Winter hoch, da die Erdsonde auch dann ein genügend hohes Temperaturniveau für diese liefert.

Welches sind die Vorteile von emissionsfreien Gebäuden und was spricht für 2SOL?
Mielebacher: Emissionsfreie Gebäude werden mittel- und langfristig einen Vorteil am Markt aufweisen – sei es für die Investitionssicherheit oder bei der Vermarktung und Vermietung.

Pfiffner: Wir leisten einen erheblichen Beitrag an die Umwelt, gleichzeitig profitiert der Kunde von sehr tiefen Energiekosten. Für 2SOL spricht, dass die Erdsonden «entspannt», sprich aufgeladen werden und somit längerfristig eine konstante Heizleistung bezogen werden kann, was bei anderen Projekten nicht der Fall ist. Ausserdem spart der Bauherr Erdsondenbohrungen, da bei regenerierten Sonden mit 50 Watt/m gerechnet wird gegenüber ca. 35 Watt/m bei einer konventionellen Lösung.

Welche technischen Unterschiede ergeben sich durch 2SOL bei der Umsetzung im Vergleich zu anderen Systemen?
Pfiffner: Das System muss als Gesamtsystem begriffen und verstanden werden. Dynamische Betrachtungsweisen sind wichtig, sparen aber gleichzeitig auch Investitionen. Alles greift ineinander. Das ist gleichzeitig auch spannend und innovativ. Das Erdreichmanagement erfordert gewisse Erfahrungen und Know-how.

Gibt es Unterschiede in der Planungsphase von emissionsfreien Gebäuden und Gebäuden mit konventionellen Heizsystemen?
Mielebacher: In der ersten Planungsphase muss der Austausch im Planungsteam besonders intensiv sein. Dies gilt auch für «normale» Projekte. Wichtig ist immer eine klare Zieldefinition von Beginn weg.

Für welche Gebäude eignen sich emissionsfreie Heizsysteme?
Mielebacher: Grundsätzlich eignen sich alle Gebäude. Es muss jedoch bei jedem Projekt im Vorfeld geklärt werden, ob Wärmequellen verfügbar sind, ob die Platzierung von Kollektoren möglich ist etc  .
 

Wie hoch sind die Investitionskosten eines 2SOL-Systems gegenüber konventionellen Heizsystemen?
Pfiffner: Wir sind der Überzeugung, dass es mittel- und langfristig zum Standard gehören wird, dass Erdsonden regeneriert werden, damit diese nicht einfrieren. Wenn man alle Komponenten berücksichtigt, glauben wir, mit projektspezifischen Optimierungen eine 2SOL-Lösung künftig kostenneutral zu einer konventionellen Lösung anbieten zu können.

Wie wichtig ist der ästhetische Aspekt bei der Planung?
Mielebacher: Dieser Aspekt ist immer wichtig. Am Ende sind und bleiben Gebäude immer und für alle sichtbar. 2SOL kann dem Architekten zusätzliche Freiheitsen bieten, die er nutzen kann.

Was dürfen wir von alternativen Energiesystemen und von 2SOL im Speziellen in Zukunft noch erwarten?
Pfiffner: Im Zuge der drängenden politischen und energetischen Fragen der Gegenwart sind alternative Energiesysteme gefragt. 2SOL ist eine starke Option für die Lösung dieser Fragen, wodurch der Bauherr mittel- und langfristig auch finanziell profitiert.

Mielebacher: 2SOL wird seinen Beitrag zu Energiewende liefern und eines der möglichen Systeme sein.