Um die Energieeffizienz...

...in unserer hoch entwickelten Volkswirtschaft steht es nicht zum Besten. Über die Hälfte der nicht erneuerbaren Primärenergie wie Rohöl, Uran, Kohle, Gas verwenden wir für Transport, Umwandlung oder Speicherung dieser Energie – weniger als die Hälfte dient als Nutzenergie.

Dazu kommt, dass es wenig Sinn macht, für Raumwärme von circa 20 Grad Celsius Energieträger mit einer Flammentemperatur von über 1000 Grad Celsius einzusetzen.


Wenn wir unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, müssen wir diesen Umgang mit Energie kritisch hinterfragen.
 

Zögerlich in die richtige Richtung

Für den Weg in eine erneuerbare und effiziente Energiezukunft benötigen wir gedeihliche politische Rahmenbedingungen bezüglich Investitionssicherheit und Bewilligungsprozessen. Mit der Energiestrategie 2050 und der Unterzeichnung des Pariser Abkommens haben wir erste Schritte in die richtige Richtung getan.

Mit der Revision des CO2-Gesetzes ist ein weiteres wichtiges Element in der parlamentarischen Beratung. Bis heute unbefriedigend gelöst ist jedoch die Investitionssicherheit in Energieerzeugungsanlagen, in Verbundlösungen für die Wärmeversorgung und in innovative Speicherlösungen. Vielen investitionswilligen Akteuren wie zum Beispiel Pensionskassen verunmöglichen wir damit, in diese Zukunftsmärkte einzusteigen.

Wichtig scheint mir, dass wir die mit der Energiewende verbundenen Herausforderungen als Chancen erkennen und diese auch nutzen. Pioniere der Schweizer Wirtschaft wie Alfred Escher oder Louis Favre dienen uns dabei als Vorbild.

Selbst wenn wir noch nicht alle technischen Fragen abschliessend beantworten können, zeigen bereits realisierte Projekte und Forschungsergebnisse sehr deutlich, dass sich die Vision einer erneuerbaren Vollversorgung bis 2050 realisieren lässt.

Auch Kantone und Gemeinden sind gefordert

Auf Stufe der Kantone ist die Umsetzung der Vorgaben des Raumplanungsrechtes im Gange.

Beim Energierecht hat die Energiedirektorenkonferenz (ENDK) Anfang 2015 mit den MuKEn 2014 eine Vorlage verabschiedet, welche eine harmonisierte Weiterentwicklung der kantonalen Energiegesetzgebungen in Richtung Effizienz und Erneuerbare bringen sollte. Die Kantone gehen die Einführung dieser MuKEn 2014 jedoch viel zu zögerlich an. Und auf Stufe Gemeinden wird der Handlungsspielraum selbst in Energiestädten häufig nur ungenügend genutzt.

Hier braucht es Vorgaben in der Bau- und Zonenordnung und in der Energierichtplanung sowie Vorbilder.

Information, Anreiz – und ein wenig Druck

Damit die Hauseigentümer ihre Gebäude energetisch sanieren und die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger umstellen, müssen diese erstens über die Möglichkeiten Bescheid wissen.

Diese Informationsaufgabe ist ein klassisches Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und Marktakteuren. Zweitens benötigen Hauseigentümer Anreize. Das Gebäudeprogramm muss deshalb zwingend weitergeführt werden.

Aber auch auf Stufe der Kantone und Gemeinden gilt es, alle verfügbaren Instrumente zur Förderung der effizienten Energienutzung und der Nutzung der erneuerbaren Energie auszuschöpfen.

So können Gemeinden je nach kantonaler Grundlage bestehende Gebäude zum Anschluss an Wärmenetze verpflichten. Ebenso besteht die Möglichkeit, die im Raumplanungsrecht definierte Mehrwert-Abgabe als Naturalleistung einzufordern.

So kann beispielsweise bei einer Aufzonung eine besonders energieeffiziente Bauweise nach dem «SIA Effizienzpfad Energie» oder im Minimum eine vollständig erneuerbare Wärmeversorgung verlangt werden.

Wenn alle Akteure den ihnen zur Verfügung stehenden Handlungsspielraum zugunsten der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien nutzen, schaffen wir die Klimaziele – und generieren dazu erst noch, sozusagen als positiven «Nebeneffekt», regionale Wertschöpfung.

Facts über den Strom der Schweiz

  • Gesamter Stromverbrauch der Schweiz ist seit dem Jahr 2000 um ca. 11.5 % gestiegen
  • Die Verkehrsbetriebe beanspruchen rund 8 % des gesamten Verbrauchs
  • Private Haushalte konsumieren rund 30 % des gesamten Verbrauchs
  • Strom wird aus 9 verschiedenen Quellen gewonnen
  • 650 Elektrizitätsunternehmen versorgen die Schweiz mit Strom