Zürich war als Heimat schon immer beliebt: Wissenschaftler, Geschäftsleute, Dichter und Denker sowie Leute wie Du und ich, sie alle schätzen seit jeher die facettenreiche Metropole an der Limmat. Daran hat sich wenig geändert. Laut dem dritten Quartalsbericht 2012 der Stadt Zürich, ist die Zahl der Einwohner im letzten Jahr um weitere 3603 Einwohner auf nun 393 595 angestiegen. Durch dieses stetige Wachstum ergeben sich neue Herausforderungen für Politiker, Architekten, Städteplaner und Investoren. Jetzt gilt es, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die ein ressourcen- und umweltschonendes Wachstum unserer Stadt für kommende Generationen ermöglicht.

Die «2000-Watt-Gesellschaft» muss unser Ziel sein
Das kann aber nur gelingen, wenn wir bereits jetzt und heute damit beginnen, entsprechende Grenzwerte festzulegen und die nötigen Massnahmen Schritt für Schritt umzusetzen. Doch was ist genau gemeint mit dem Schlagwort «2000-Watt-Gesellschaft»? Dieser Ansatz orientiert sich an dem durchschnittlichen Energieleistungsbedarf einer Person. Dieser darf 2000 Watt im Jahr nicht überschreiten. Weiterhin sollten mindestens 75 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien erzeugt werden. Und: Der CO2-Ausstoss pro Person soll sich auf maximal eine Tonne im Jahr beschränken. Das diese Grenzwerte nicht von heute auf morgen zu realisieren sind, ist allen klar. Es geht vielmehr darum, bereits heute alles zu tun, das es uns gelingen wird, für die kommenden Generationen ein Leben in einer 2000-Watt-Gesellschaft sicher zu stellen. Das sind in der Tat sehr ehrgeizige Ziele. Die Stadt Zürich hat die Regeln für mehr Nachhaltigkeit sowie für die «2000-Watt-Gesellschaft» daher bereits in der Gemeindeordnung klar definiert. Dass diese Vorgaben realisierbar sind, zeigt das neue Quartier Richti Areal im Stadtteil Wallisellen, in dem nach seiner Fertigstellung im März 2013 mehr als 3000 Menschen arbeiten werden. Zusätzlich entstehen 200 Miet- und rund 300 Eigentumswohnungen für mehr als 1200 neue Bewohner. Hier ist vor allem auch die Kombination von Arbeiten und Leben und Geniessen sehr gut gelungen.

Städteplanung muss Lebensraum für alle schaffen
Menschen wollen nicht nur Energie sparen, sie wollen sich vor allem wohlfühlen in ihrem Quartier. Hierzu gehört, dass unterschiedliche Wohn­projekte und eventuell sogar Zweckbauten miteinander harmonisieren. Besonders schön funktioniert das in der Zürcher Wohnsiedlung West. Hier entstehen zwei sehr vorbildliche Projekte, die auf den ersten Blick nur wenig miteinander gemeinsam haben: Das neue «Stadion Zürich» und die «Städtische Wohnüberbauung Hardturm» mit über 154 Wohnungen, einem Kindergarten und einem Hort, in dem in Zukunft bis zu 250 Kinder sorglos toben und spielen können. Die Wohnsiedlung wird so integriert, dass sich diese zum Platz, den Nachbargebäuden sowie zum Stadion hin öffnet. Ein begrünter Innenhof bietet Rückzugsraum für Kinder, Eltern und ältere Menschen. Derartige Oasen, die das soziale Miteinander in einem Quartier fördern, sollen zu einem Vorbild für Zürich werden. Speziell für kinderreiche Familien wurden extra 42 Wohnungen reserviert. Der Zürcher Stadtrat Andre Odermatt erklärt: «Die soziale Frage muss uns beschäftigen. Es geht nicht an, dass einkommensschwächere Menschen aus der Stadt gedrängt werden. Zürich lebt von seiner Vielfalt.» Somit kann man die Zunahme der Bevölkerung sogar als Chance begreifen, verbesserten Wohnraum für alle zu schaffen. Mit der bestehenden Bau- und Zonenverordnung bietet die Metropole noch genügend Platz für Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen. «Wofür wir immer kämpfen müssen», so betont Odermatt weiter, «ist, dass mit der notwenigen Verdichtung die nötige Qualität nicht über Bord geworfen wird. Der Anspruch nach Qualität muss ebenso wachsen, wie unsere Stadt.», erklärt der Zürcher Stadtrat. «Bei der zukünftigen Stadtplanung muss es weiterhin gelingen, das Stadtzentrum zu entlasten. Zürich, das ist nicht nur Seefeld und Altstadt. Zürich, das ist auch Altstetten, Oerlikon und Affoltern. Diese Nebenzentren gilt es ebenfalls ausreichend in die Städteplanung mit einzubeziehen. Nur so lebt Zürich in Zukunft an vielen Ecken.»