«Wir erfüllen zwei Kernaufgaben», erklärt Stefan Batzli, Geschäftsführer der AEE. «Wir vertreten die Interessen unsrerer Mitglieder und leisten Öffentlichkeitsarbeit aus wirtschaftspolitischer Optik.» Die AEE organisiert u.a. während jeder Parlamentssession einen Anlass mit einer Parlamentariergruppe aus 85 Mitgliedern beider Räte und aller Parteien, die von Christa Markwalder (FDP/BE) und Eric Nussbaumer (SP/BL) präsidiert wird. Diese Anlässe sind sehr beliebt, ermöglichen sie doch Diskussionen mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die AEE entwickelte ein Zehn-Punkte-Programm, das auf ihrer Homepage erhältlich ist. Es zeigt auf, was getan werden muss, um bis 2030 den Atom-Ausstieg zu schaffen. «Seit Fukushima hat sich der Wind gedreht», sagt Batzli. «Bundesrat und Parlament gehen jetzt in die gleiche Richtung wie wir.» Die Trägerschaft der AEE hat sich nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima vergrössert, sich auch in den Kantonen verstärkt. Batzli: «Es ist gelungen, ein tragisches Ereignis positiv umzusetzen.»

Die Erkenntnis setzte sich durch, dass Energiesparmassnahmen und Energieeffizienz dank moderner Technik in vielen Bereichen möglich sind, in jedem Haushalt, in Büros, Industrie und Gewerbe. Die Glühlampen sind Geschichte, die Gegenwart gehört den Sparlampen, aber die nächste Generation der Beleuchtung wird LED heissen. Würden das gesamte Sparpotenzial sowie neue Projekte für erneuerbare Ener­gien ausgeschöpft, sagt Batzli, so könnten die drei ältesten Schweizer Atomkraftwerke Beznau I und II sowie Mühleberg schon heute abgeschaltet werden. Eine wichtige Finanzierungshilfe für Projekte der erneuerbaren Energien ist seit 2009 die KEV, die kostendeckende Einspeisevergütung. In 60 Ländern gibt es vergleichbare Gesetzgebungen. Finanziert wird die KEV durch eine geringe Abgabe aller Marktteilnehmer auf den verbrauchten Kilowattstunden. Bei der KEV werden beispielsweise Fotovoltaikanlagen auf Dächern angemeldet. Wer den Zuschlag erhält, bekommt während 25 Jahren einen Zuschuss, der die Mehrkosten gegenüber bisherigen Energieformen deckt. Leider gibt es bei der KEV einen «Deckel» wegen mangelnder Finanzen und falscher Kontingentierung, und deshalb gibt es eine Warteliste von 14 500 eingereichten Projekten, 13 790 allein auf dem Gebiet der Fotovoltaik. Die Thurgauer CVP-Ständerätin Brigitte Häberli reichte im April 2011 eine Motion ein, wonach die KEV «entdeckelt» und dafür Jahreskontingente eingeführt werden sollen, um die Realisierung baureifer Projekte gestaffelt zu ermöglichen.