Wohnungsbau boomt
Gemäss Hans Killer, Präsident der Dachorganisation der Schweizer Bauwirtschaft bauenschweiz, steht der Wohnungsbau gegenwärtig klar im Vordergrund: «Nach Ansicht von Grossbanken ist wegen dem Boom in der Branche noch keine Immobilienblase zu erkennen. Der Markt nimmt die Entwicklung auf und die Investoren sind hungrig nach Bauprojekten, da diese ihnen eine optimale Möglichkeit bieten, ihr Geld anzulegen.» Auch in die Infrastruktur der öffentlichen Hand wird fleissig investiert. Der industrielle Bau hinkt hingegen nach Aussage von Killer etwas nach, was auch auf den aktuellen Frankenkurs zurückzuführen ist, der exportabhängige Unternehmen von grösseren Investitionen abhält.

Baurechtsharmonisierung
Jahrelang stellte die Harmonisierung der Baurechtsnormen eine Knacknuss für die Schweizer Bauwirtschaft dar. Ziel eines parlamentarischen Vorstosses ist, das formelle Planungs- und Baurecht für Wirtschaft und Bevölkerung zu vereinfachen. Die heutige Regelvielfalt der kantonalen und kommunalen Gesetzgebungen im Bereich der Bauvorschriften führt dazu, dass sich Investoren aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland unter Umständen mühevoll in die jeweilige Rechtslage einarbeiten müssen. «Die interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) ist nach langem Hin und Her endlich auf guten Weg. Zehn der minimal erforderlichen Kantone sind der IVHB bisher beigetreten.»

Energiehäuser im Trend
Festgelegte Baustandards sind für energieeffiziente Gebäude, die in der Baubranche zur Zeit stark im Fokus liegen, bereits Realität. Der Begriff «Minergie» ist dabei in aller Munde. Der freiwillige Baustandard erfreut sich in der Schweizer Baubranche wachsender Beliebtheit, da nachhaltiges Bauen sich längerfristig auch finanziell auszahlt, weil ein entscheidender Beitrag zur Energieeinsparung geleistet wird. Was jedoch nur wenige wissen: «Das Konzept der Minergie-Baustandards wurde nicht etwa von übergeordneten Fachinstanzen entwickelt, sondern es entspringt einer privaten Idee», so Killer.