Laut der Konjunkturforschungsstelle KOF scheint sich jedoch eine gewisse Verlangsamung bei den Investitionen im Bausektor abzuzeichnen. Während Industrie und Dienstleistungssektor ein Ansteigen der Investitionen erwarten, gehen die Unternehmen der Bauwirtschaft gemäss der jüngsten KOF-Umfrage für das Jahr 2014 von einer Abnahme der Investitionen aus. Da aber in diesem Sektor in den letzten Jahren das Geschäftsklima überaus positiv war, deuten sinkende Investitionszahlen laut KOF eher auf eine Normalisierung der Lage als auf eine bevorstehende Krise hin.

Unterschiedliche Signale
Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung und mit Blick auf den Wohnungsbau und die Immobilienpreise erhielten wir im vergangenen Jahr  recht unterschiedliche Signale. Einerseits wurde vor allem in Bezug auf den Immobilienmarkt vor einer sich abzeichnenden Überhitzung gewarnt. Andere Experten haben die Gefahr einer sich bildenden Immobilienblase aber entschieden dementiert.
So oder so gilt es gerade für die Büros und Unternehmen unserer Branche, umsichtig und vorausschauend zu planen und zu kalkulieren – auch deshalb, weil zwischen der ersten Planung und der tatsächlichen Realisierung eines Bauwerks jeweils viel Zeit verstreicht, in der sich das Umfeld und die Lage deutlich ändern können. Und mit Bezug auf die unternehmerischen Preiskalkulationen scheint mir das besonders wichtig: Das Problem, dass viele Bauunternehmen und auch Ingenieurbüros offenbar nicht selten zu knapp kalkulieren und offerieren, ist branchenintern hinlänglich bekannt und mit Blick darauf, dass die Boomphase in der Bauwirtschaft dereinst ein Ende finden dürfte, nicht unproblematisch.

Energiestrategie: Den Ersatzneubau einbeziehen
Gerade im Hinblick auf eine sich allenfalls gelegentlich abkühlende Baukonjunktur werden innovative und zukunftsträchtige Lösungen wohl immer bedeutender. Dies nicht zuletzt im Bereich des energetischen und ökologischen Bauens, das derzeit in aller Munde ist. Viele unserer Unternehmen setzen sich längst intensiv mit der Thematik des energie- und CO2-sparenden Bauens auseinander und sind mit zukunftsgerichteten Lösungen im Markt erfolgreich vertreten.

«Gerade im Hinblick auf eine sich allenfalls gelegentlich abkühlende Baukonjunktur werden innovative und zukunftsträchtige Lösungen wohl immer bedeutender.»


Im Zusammenhang mit den gegenwärtig laufenden Diskussionen rund um die Energiestrategie 2050, die dem Energiesparen beim Gebäudesektor eine wichtige Rolle beimisst, sollte unbedingt der Ersatzneubau einbezogen werden. Dies war denn auch Thema der Eröffnungsveranstaltung der Swissbau 2014. Denn ein Ersatzneubau, also der Rückbau einer in die Jahre gekommenen Bausubstanz und deren Ersatz durch ein neues Gebäude, ist gerade aus energetischer Sicht manchmal die nachhaltigste Lösung, weil dann kompromisslos unter Berücksichtigung der heutigen, strengen Richtwerte und Standards ganz neu gebaut werden kann. Trotz dieser Überlegungen sehen heute leider viele Kantone keine Fördergelder für Ersatzneubauten, sondern lediglich für Sanierungen von bestehenden Liegenschaften vor. Hier gilt es auf dem politischen Weg die nötigen Korrekturen vorzunehmen.

Augenmass bewahren
Mit Blick auf die Energiestrategie 2050 und deren hoch gesteckten Ziele möchte ich abschliessend noch zu bedenken geben, dass Erneuerungsmassnahmen gerade im Gebäudebereich – einerlei ob energetische Sanierungen oder Ersatzneubau – rasch ins Geld gehen. Es gilt also auch Augenmass zu bewahren und dafür zu sorgen, dass sich neue Vorgaben sowie   Anforderungen an der Realität orientieren und sich auch tatsächlich finanzieren lassen.