Die Anforderungen an die Beleuchtung im öffentlichen Raum sind in den letzten Jahren gestiegen. «Der öffentlich Raum wird immer stärker und öfter auch am Abend genutzt», sagt Stephan Bleuel vom Amt für Städtebau. Er hat die Leitung des Projekts «Plan Lumière» inne, das auch Zürichs Beleuchtung den heutigen Bedürfnissen anpassen will. «Das heisst aber nicht, dass wir die Nacht zum Tag machen», so Bleuel. Im Kern geht es darum, den öffentlichen Raum attraktiver zu gestalten. «Gleichzeitig soll in Zukunft jedoch auch mehr auf die Ökologie der Beleuchtung geachtet werden», sagt der Experte. Mit Ökologie ist dabei nicht nur die Reduzierung des Energieverbrauchs, sondern auch die der Lichtverschmutzung gemeint. Bleuel: «Wir wollen in Zukunft bewusster beleuchten und gleichzeitig mit der Energie haushälterischer umgehen.» Das heisst auch, dass das Licht an einigen Orten reduziert wird. Denn in der Vergangenheit habe man gewisse Verkehrsplätze oder Strassen eher zu hell beleuchtet und Fusswege sowie einzelne alte Kirchenbeleuchtungen wurden teilweise so beleuchtet, dass ein grosser Teil des Lichts in den Himmel abstrahlte.

Grosse Herausforderung
Die Herausforderung des neuen Konzepts ist es, die verschiedenen Anforderungen an die Beleuchtung zu erfüllen. Die Stadt soll ein attraktives nächtliches Gesicht erhalten und die Bevölkerung wünscht sich ein Sicherheitsgefühl und beleuchtete Strassen. Diesem Bedürfnis gerecht zu werden und gleichzeitig Energie zu sparen sowie Lichtverschmutzung zu vermeiden, muss aber kein Widerspruch sein. «Es ist unsere Aufgabe, alle diese Aspekte zu berücksichtigen» sagt Bleuel. Es sei mit einer sorgfältigen, auf die Gegebenheiten des Ortes Rücksicht nehmenden Planung und mit Hilfe der heutigen Technik möglich, alle diese Anforderungen bei der Beleuchtung zu vereinen. «Der Nachtraum kann auch mit weniger Licht und gezielterem Einsatz des Lichts aufgewertet werden», so Bleuel.

Neue Projekte geplant
Dabei wird das neue Beleuchtungskonzept nicht von heute auf morgen umgesetzt. «Vielmehr ist es eine Never-Ending-Story», meint Bleuel. Es wird also nicht die ganze Beleuchtung der Stadt auf einmal ausgewechselt – eher werde mit einzelnen Projekten an der Weiterentwicklung der Beleuchtung gearbeitet. Viele Projekte konnten schon realisiert werden. So wurden beispielsweise die Viaduktbögen des Lettenviadukts im Kreis 5 in Szene gesetzt oder die Brücken im Limmatraum der Kernstadt neu beleuchtet «Mit den neuen Leuchten konnten wir den Stromverbrauch im Gegensatz zu den alten Brückenbeleuchtungen teilweise um die Hälfte reduzieren», sagt Bleuel.