Die Digitalisierung beeinflusst zunehmend unser Informations- und Konsumverhalten. Industrie 4.0 mag als Überbegriff über die aktuelle industrielle Entwicklung dienen. Jede Branche geht aber anders um mit diesem Schritt in die Zukunft. Eines ist jedoch in allen Bereichen gleich: Man kann dieser Entwicklung nicht ausweichen.
Ist das nun die technische Revolution, die uns in den nächsten Jahren in eine unbekannte Zukunft führt? Auch in der Architektur- und Planungsbranche ruft die aktuelle Entwicklung in Richtung BIM nicht nur Begeisterung, sondern auch viele Fragen, Ängste und Verunsicherungen hervor. Nicht alle Planer und Architekten springen mit Begeisterung auf den BIM-Zug auf.

Digitalisierung vermag nicht alle zu begeistern

Bauen bedeutet heute nicht mehr nur das Zusammenfügen von Baustoffen, sondern immer mehr auch das Zusammensetzen von vorgefertigten Bauteilen und spezialisierten Produkten. Fachleute sprechen dabei gerne vom Lego-Prinzip.

Diese Produkte haben genau definierte Eigenschaften, aufgrund derer man sich für dieses oder jenes Produkt entscheidet. Aber sie enthalten auch Anforderungen an vor- oder nachgelagerte Produkte wie etwa Feuerwiderstandsklasse, Wärmedurchlässigkeit, Druckfestigkeit, Farbe oder Beschaffenheit des Untergrunds.

Mit der Digitalisierung findet die Planung unter Berücksichtigung dieser Abhängigkeiten und Rückkoppelungen bereits in frühen Phasen statt. Der Tenor an verschiedenen Veranstaltungen zu BIM und Digitalisierung beim Bauen ist klar: «Bauen besteht heute immer mehr aus dem Zusammensetzen von vorgefertigten Bauteilen.» Eine Entwicklung, die sich etwa mit dem Fahrdienst Uber oder der Ferien-Plattform AirBnB vergleichen lässt.

Die Schweiz muss wettbewerbsfähig bleiben

Der Gebäudepark in der Schweiz verbraucht 48 Prozent der Energie und 70 Millionen Tonnen Baumaterial pro Jahr. Hierfür werden aktuell jährlich rund 60 Milliarden Franken eingesetzt.

Egal, ob Verdichtung, Mobilität oder Energiewende: Mit den etablierten, konventionellen Methoden stos-sen wir zunehmend an Grenzen. Ohne den Einsatz neuer Informationstechnologien ist der intelligente Einsatz der Ressourcen über den optimierten Erstellungsprozess dieser Bauwerke kaum mehr möglich.

Um in diesem Prozess vom globalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden, muss man sich mit den neuen Technologien und Arbeitssystemen auseinandersetzen. Dies gilt für die Baubranche, aber auch branchenübergreifend. Es bedarf also eines gemeinsamen Efforts der Schweizer Bauwirtschaft.