Als Folge des schrittweisen Ausstiegs aus der Kernenergie benötigen die beiden Branchen gut ausgebildete inländische Fachkräfte. «Die Schweiz profitiert diesbezüglich von ihrem dualen Bildungssystem, das für den Nachwuchs an qualifizierten Fach- und Führungskräften sorgt», betont Erich Schwaninger, Leiter Berufsbildung beim Verband Schweizerischer Elektro-Installationsfirmen (VSEI). Heute zeichne sich die Berufsbildung durch eine hohe Durchlässigkeit aus. So öffnet etwa die Berufsmaturität den Weg an die Fachhochschulen. Mit einer Ergänzungsprüfung ist auch ein Studium an einer Universität oder an der ETH möglich.

Ausgeklügeltes Konzept

Der VSEI sei diesbezüglich gut aufgestellt, sagt Schwaninger. «Wir sind bedarfsorientiert unterwegs, verfügen über ein ausgeklügeltes Weiterbildungskonzept und arbeiten mit verschiedenen Organisationen zusammen.» Dass das duale Berufsbildungssystem gestärkt und die zusätzliche Finanzierung in der Höheren Berufsbildung sichergestellt werden muss, sei von der Politik erkannt worden. Wer in der Berufsbildung Vorbereitungskurse für eine eidgenössische Prüfung besucht, soll ab 2017 folgerichtig finanzielle Unterstützung vom Bund erhalten. Das sei ein guter Anfang, so Schwaninger. «Nun geht es darum, die weiteren Schritte konsequent umzusetzen.» Um das Image der gewerblichen Berufe zu verbessern, müsse bereits in der Primarschule angesetzt werden. Zentral sei hier die Rolle der Eltern. «Ihnen muss aufgezeigt werden, dass man es mit einer Berufslehre und entsprechender Weiterbildung an die Spitze eines Unternehmens bringen kann.»

Bildung als Kernaufgabe

Dass die Schweiz gut ausgebildete inländische Fachkräfte benötigt, betont auch Daniel Huser, Zentralpräsident Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (Suissetec). «Weil jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge ins Erwerbsleben eintreten, stehen wir vor besonderen Herausforderungen. Deshalb investieren wir viel in den Nachwuchs und sind laufend daran, die Standards von Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau zu halten.» Bildung gehöre zu den Kernaufgaben der Verbandstätigkeiten, so Huser: von praxisbezogenen berufsbegleitenden Angeboten über den Fachhochschulabschluss bis hin zur Ausbildung zum Unternehmer.

Tiefe Jugendarbeitslosigkeit

Die technologischen Möglichkeiten der Zukunft würden zur Vielfältigkeit der Einsatzbereiche beitragen, sagt Huser. «Unsere Nachwuchskampagne zeigt auf, wie vielversprechend ein Weg in der Gebäudetechnik sein kann.» Aktuell bietet der Berufsverband den Teilnehmenden der Bildungsgänge der Höheren Berufsbildung finanzielle Unterstützung an. Die künftige finanzielle Beteiligung des Bundes setze die Gleichwertigkeit der Bildungswege endlich auch operativ um, so Huser. «Es ist zentral, dass die Gesellschaft den Wert der Berufsbildung anerkennt.» Die berufliche Bildung sei ein hervorragendes Instrument, um den Beschäftigungsgrad aller Altersgruppen auf einem sehr hohen Niveau zu halten. «Kein Programm benachbarter Nationen sorgt in ähnlich positivem Masse für eine funktionierende soziale Integration wie die Berufsbildung.» Dies, so Huser, sei auch ein Grund für die tiefe Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz.