Das Felix-Platter-Spital FPS in Basel ist eines der ersten BIM-Projekte der Schweiz, welches ab Wettbewerbsphase auf dem Standard BIM (Building Information Modelling) aufbaut. Das digitale Gebäude, der « digitale twin », ist hier die zentrale Drehscheibe für die Zusammenarbeit und die Optimierung im Bau sowie nachgelagert im Betrieb. Was hier geplant ist, wird gebaut und nicht umgekehrt.

Richtige Planung ist wichtig

Das Endprodukt soll dem Personal ideale Voraussetzungen bieten, um die Patienten bestmöglich zu betreuen. Im Vordergrund stehen somit nicht die Baukosten, welche in der Regel die Planungskosten um das Fünffache übersteigen, sondern die Betriebskosten, welche die Kosten für die Planung über den Lebenszyklus oft um das Zwanzigfache übersteigen. Reduzierte oder schlechte Planung sind somit fatal, für die Einsparungen in der Planung bezahlt man im Betrieb oft ein Mehrfaches.

Substituiert wird dies nicht selten mit der Reduktion der Pflegequalität auf Kosten der Patienten. Dies darf nicht sein, so der Auftrag von Jean Luc Perrin von der Stabsstelle Neubau FPS. Mit Sicht auf die Betriebskosten wurde hier mit dem Spitalbau das digitale Gebäude, der «digitale twin », mitbestellt, dokumentiert bis auf die verbauten Produkte ( BIM2FM ).

Leistungsvorteil

Für Jochen Dietmeier, Dipl. Ing. und Technischer Leiter bei der BAM Swiss AG, Gewinner des Gesamtwettbewerbs, ist klar, dass die Umsetzung einer digitalen Strategie bei Planung und Bau zu Beginn ein Mehraufwand ist. «Wir bauen zweimal. Rechtfertigen lässt sich dies nur durch die transparentere Kommunikation durch die konsistentere Datengrundlage und damit die bessere Kontrolle mit der Folge der geringeren Zahl an Wiederholungen und die Reduktion von Fehlern.

Daraus folgt der Leistungsvorteil. Die Planung mit BIM erfordert neben einer enormen Fleissarbeit für die Erstellung der Daten in der Anfangsphase ein extrem aufwendiges Datenmanagement », so Jochen Dietmeier.

Dies ist der Grund für die strategische Zusammenarbeit mit dem Spin-off der ETH Zürich, der buildup AG. Diese erstellt und betreibt die SwissBIMLibrary. Über rund drei Jahre wurden die notwendigen Technologien entwickelt, um mit der Industrie über (halb-)automatische Prozesse die Aufbereitung und Bereitstellung der Bauprodukte und oben beschriebene Anwendungen sicherzustellen.

Damit die beim Felix-Platter-Spital geplante Dokumentation klappt, müssen die digitalen Bauprodukte gut strukturiert und frei verfügbar sein. Es kann nicht sein, dass die Architekten und Ingenieure Produktdaten abschreiben, um die digitalen Gebäudemodelle zu dokumentieren. Wichtig ist aber, dass die Datenhoheit beim Hersteller bleibt. In enger Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft wird das Ziel verfolgt, dass alle Produkte, die eingeplant oder verbaut werden, in der SwissBIMLibrary in guter Qualität und frei zur Verfügung stehen.