Bei Neubauten und Sanierungen ist darauf zu achten, dass die Gebäudehülle inklusive Fenster, Türen und Dachbauten eine optimale Wärmedämmung aufweist. Die Baukonstruktion gibt den Wärmebedarf vor, und die Heizanlage kompensiert den Wärmeverlust der Liegenschaft. Mit welcher Energie das erreicht wird, ist sekundär. Erdgas etwa ist effizient und eignet sich gut als Wärmeenergie. «Neue modulierende und kondensierende Heizgeräte weisen häufig einen Normnutzungsgrad von 100 und mehr Prozenten aus», betont Kurt Schmidlin, Leiter Marketing und Vertrieb beim Gasverbund Mittelland AG. Im Sanierungsfall sei bei einem vernünftigen Verhältnis von Aufwand und Energieeinsparung zwar kein Minergiestandard, aber ein sehr guter Wärmedämmungsgrad zu erreichen. In diesem Falle kann Erdgas die ideale Lösung sein, insbesondere wenn die Heizanlage mit einer thermischen Solaranlage kombiniert wird. Bei Sanierungen ist die Erdgaswärmepumpe interessant. Sie nutzt sowohl alternative Energien wie auch Erdgas.

Solare Wärme
Pellets- und Holzschnitzelheizungen benötigen einen beachtlichen Lagerplatz für das Brennmaterial. Für sie spricht die CO₂-Neutralität. Negativ ins Gewicht fallen Schadstoffe, Feinstaub und Russpartikel, die nur mit aufwändigen Filteranlagen abgesondert werden können. «Pellets und Holzheizungen sind sinnvoll, wenn die Rohstoffe lokal anfallen und nicht über weite Strecken transportiert werden müssen», sagt Konrad Gfeller von der IBW Energie AG, Wohlen. Im Vergleich mit einer Pellet- oder Holzheizung würden moderne Erdgasaggregate mit Solarunterstützung besser abschneiden. Die Kombination Erdgas-Solar ergibt eine noch bessere Wärmeerzeugung, wenn CO₂-neutrales Biogas eingesetzt wird. Die solare Wärme kann die Heizung mittels Kollektorwärme unterstützen.

Stichwort Minergie
Minergie ist ein Qualitätslabel, das den Wohn- und Arbeitskomfort für die Gebäudenutzer standardisiert. Matchentscheidend sind eine qualitativ hochstehende Gebäudehülle sowie die mechanische Lufterneuerung. «Der Energieverbrauch richtet sich nach dem Verhalten der Bewohner», betont Gfeller. Grundsätzlich werden Gebäude in verschiedenen Qualitätsnormen erstellt. Die Energieverordnung schreibt die energetischen Anforderungen für die diversen Standards fest. Aus heutiger Sicht sei es ratsam, den Minergiestandard anzustreben, wobei die kontrollierte Wohnungslüftung aus bauphysikalischen Gegebenheiten zwingend ist, ergänzt Kurt Schmidlin.