Wenn die Mitarbeitersuche zur Knacknuss wird: Ein Ingenieurbüro schaltet eine Stellenanzeige und erhält keine Bewerbung. Gemäss einer Schätzung der Swiss Engineering STV fehlten im Jahr 2009 rund 14 000 Fachkräfte – allein im Bauwesen etwa 4100. Diese Situation verschärft sich noch durch die demografische Entwicklung. «Der Mangel beschränkt sich nicht nur auf die Schweiz. Er herrscht in ganz Europa», sagt Dr. Mario Marti, Geschäftsführer von usic. Deshalb zieht es immer weniger Deutsche, Italiener und Franzosen in die Schweiz. Ausserdem zeigten die Jungen in der Vergangenheit wenig Interesse an einem naturwissenschaftlich-technischen Studium. Glücklicherweise zeichnet sich hier eine Trendwende ab. Der Beruf hat an Attraktivität gewonnen, da der Ingenieur Mehrwert schafft für Umwelt und Gesellschaft.

Rosige Aussicht
«Dank dem verbesserten Image des ­Ingenieurs kommt diese Laufbahn bei der ­Berufswahl wieder infrage», erklärt Dr. Mario Marti. Nach dem Studium bestehen intakte Karrieremöglichkeiten und interessante Zukunftsperspektiven. Kommt hinzu, dass die Absolventen der Fachhochschulen die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten wie diejenigen der ETH. Im Arbeitsalltag entwickeln die Fachleute Strategien, planen und setzen um. Dabei sind ebenso multidisziplinäres Wissen wie soziales Können und Sprachkenntnisse gefragt. Derart qualifiziert steht den jungen Leuten eine Fach- wie auch eine Führungslaufbahn offen. Aus der sinnhaften, gutbezahlten Tätigkeit entstehen konkrete Ergebnisse. Das trägt viel zum Berufsstolz bei.

Investieren in die Zukunft
Ingenieure gestalten unsere Welt. Ihre Ideen und Erzeugnisse begleiten uns durch den Tag. Dementsprechend vielfältig sind die zukünftigen Aufgaben der Fachkräfte. Diese stehen in Zusammenhang mit den knapper werdenden natürlichen Ressourcen, dem zunehmenden Umweltbewusstsein und der wachsenden Bevölkerungsdichte. «Unter anderem bedingt der Atomausstieg Ingenieurleistungen beim Rückbau der AKWs», führt Dr. Mario Marti aus. Zurzeit fehlt das Know-how dafür. Somit müssen heute die Spezialisten für morgen ausgebildet werden. Sie kreieren dann Neues und beeinflussen den technischen Fortschritt. Dies wirkt sich am Ende positiv aus auf die Volkswirtschaft, den Wirtschaftsstandort und unseren Lebensstandard.