Immobilien werden für die Zukunft geplant und gebaut. Ein Haus ist nicht nur ein gemütliches Heim, sondern für viele auch eine Investition, auch für kommende Generationen. Unsere Kinder und Enkel sollen aber vor allem in einer gesunden Umwelt leben. Hierfür müssen wir unseren Lebensraum erhalten. Auch das ist Nachhaltigkeit und erfordert ein umweltschonendes Bauen und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Privatleute sehen ihre Immobilie aber auch als Wertanlage, die den Lebensabend sichert und die man eventuell zu einem guten Wert verkaufen kann. Die finanzielle Planung ist daher ebenfalls ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeit. Auch die Banken erwarten im Falle einer Hypothekenfinanzierung, dass eine beliehene Immobilie den Wert behält. Der Eigenheimerbauer hingegen muss sicher sein, dass er die finanziellen Belastungen langfristig tragen kann. Bereits hier wird deutlich: Ökologie und Ökonomie müssen sich langfristig ergänzen.

Immobilien sind vor allem auch Renditeobjekte
Noch stärker stehen die wirtschaftlichen Interessen bei institutionellen Anlegern im Vordergrund, die vor allem eine maximale Rendite anstreben. Das setzt u.a. eine genaue Beobachtung der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft voraus, die immer älter wird. Grund: Die Geburtenzahlen sind rückläufig und unsere Lebenserwartung steigt. Gleichzeitig wird die finanzielle Altersvorsorge immer schlechter, was im Alter zum Verkauf des Eigenheimes zwingen könnte. Doch wenn die nachwachsende Generation weniger wird, werden die Käufer fehlen. Bei einem Engagement auf dem gewerblichen Immobilienmarkt ist oft die Einschätzung einer gesamten Volkswirtshaft einzubeziehen. Die Investoren brauchen Branchenkenntnisse, und eine gute Einschätzung der regionalen Entwicklungen. Auch die infrastrukturelle Anbindung und die Beliebtheit eines Quartiers müssen stimmen.

Der ESI-Indikator: Ein Instrument für die langfristige Einschätzung von Immobilien
Es gilt, die Entwicklungen und Risiken so genau wie möglich einzuschätzen. Die Wissenschaft gibt der Immobilienbranche hierfür ein Instrument an die Hand, welches die Einstufung der Risiken verbessern soll. Der «Economic Sustainability Indicator», kurz ESI®-Indikator, ermöglicht diese Risiko-Beurteilung im Rahmen einer nachhaltigen Planung. Das ESI®-Rating beurteilt das Risiko einer Immobilie, auf Grund von zukünftigen Veränderunge an Wert zu verlieren bzw. die Chance, an Wert zu gewinnen. Der Ansatz wurde am «Center for Corporate Responsibility and Sustainability» (CCRS) an der Universität Zürich als Gemeinschaftsarbeit mit Unternehmen und Verbänden sowie Hochschulpartnern entwickelt. Wann es sich lohnt, in eine Immobilie zu investieren, lässt sich natürlich pauschal so nicht beantworten. Frau Dr. Meins, die Leiterin des Forschungsbereichs für Immobilien an der Universität in Zürich, hält es nach aktuellem Forschungsstand für ratsam, im Hinblick auf die Wertentwicklung unterschiedliche Nachhaltigkeitsmerkmale zu prüfen: Hierzu gehören die Anpassungsfähigkeit eines Gebäudes an unterschiedliche Bedürfnisse; der Ressourcenverbrauch, die Lage und die Sicherheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Vor allem sollte eine Immobilie gesundheitsfreundlich und komfortabel sein. Wenn man unter anderem diese Kriterien ausreichend berücksichtig, zeichnet sich eine gute Wertentwicklung ab, so die Immobilienexpertin.