Immobilien Stadt Bern (ISB) bewirtschaftet im Auftrag des Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik die Liegenschaften des Finanzvermögens der Stadt Bern. Das betreute Immobilienportfolio hat einen Marktwert von über einer Milliarde Schweizer Franken. «Hauptsächlich werden Wohnungen, Gewerbe-, Lager-, Büroräume, Baurechte, landwirtschaftliche Bauten, Restaurants und Parkplätze betreut», erklärt Marcel Mischler, Leiter des Bereichs Baumanagement bei ISB.

Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt

Auf der Basis der Bundesratsstrategie zur nachhaltigen Entwicklung aus dem Jahr 2002 werden im nachhaltigen Immobilienmanagement die drei Aspekte Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bewertet. Es existiert bis jetzt für das Finanzvermögen der Stadt Bern, wird bis 2016 auch beim Verwaltungsvermögen eingeführt und basiert auf einer Masterarbeit von Elsi Hischier, Fachleiterin Nachhaltiges Immobilienmanagement von ISB, im Rahmen einer Weiterbildung im nachhaltigen Bauen.

Fundierte Entscheidung dank Datenbank-Tool

«Das Ziel ist, die Liegenschaften in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht für zukünftige Generationen bereitzustellen und zu erhalten», sagt Hischier. «Es wird angestrebt, dass die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung in allen Phasen des Lebenszyklus im Gleichgewicht sind und bleiben. Eine übergeordnete Gesamtsicht ist das Erfolgsrezept. Fundierte Entscheidungen können dank der gros­sen Anzahl an Fakten in einem Datenbank-Tool exakt getroffen werden. Je mehr Daten zusammengetragen werden können, desto einfacher zeigen sich die Lösungswege.»

Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie

Jedes Jahr werden alle rund 470 Liegenschaften in den Teilportfolios Wohnen, Geschäftsliegenschaften und Landwirtschaft und in den Dimensionen Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie beurteilt. Mit gezielten Massnahmen konnte der Bestand der hindernisfreien Wohnungen in den letzten drei Jahren um 750 Prozent gesteigert werden. Die Anzahl erneuerbarer Energieträger bei Heizungsanlagen konnte erhöht werden und mehrere thermische Solaranlagen wurden auf Wohnhäusern realisiert. Über das gesamte Portfolio gibt es eine Sanierungsstrategie Wärme, welche auf dem Richtplan Energie basiert.

Herausforderungen und Grenzen

89 Prozent der von ISB betreuten Fonds-liegenschaften sind in einem denkmalpflegerischen Inventar. «Das bedeutet, dass wir oft nur energetische Optimierungen statt grundlegende Gesamtsanierungen mit einer vollflächigen Aussendämmung realisieren können», sagt Mischler. «Bei den elf Prozent nicht inventarisierten Gebäuden hingegen geht das: In diesem Jahr realisierten wir beispielsweise die erste Minergie-P-ECO-Sanierung im Kanton Bern. Wir haben im Bereich Energie beste Möglichkeiten, uns zu verbessern, streben aber immer an, dass sich die sozialen, wirtschaftlichen und umweltrelevanten Themen im Gleichgewicht befinden.» Das kann auch zu Zielkonflikten führen, zum Beispiel dann, wenn sich Vorschriften zu Brandschutz, Denkmalpflege und Energie überschneiden. «Doch meistens lassen sich in einem gemeinsamen Gespräch mit allen Beteiligten gute Lösungen finden», sagt Hischier.