Facts

1. Mit der Prototypenanlage kann das ETH-Forscherteam zurzeit Folien mit einer Dicke von zwei bis 20 Mikrometern herstellen (ein/ millionstel Meter).

 

2. Die maximale Folienbreite von PlyEx beträgt 12 cm. Die Technologie ist jedoch weder in der Dicke noch in der Breite auf diese Dimensionen limitiert.

3. Die Folien haben in Bandrichtung etwa die Eigenschaften von Aluminium (beim halben Gewicht). Quer dazu lassen sie sich ohne Kraftaufwand zerreissen. Durch eine Wärmebehandlung erreichen wir mechanische Eigenschaften, die mit Kevlar vergleichbar sind.

4. PlyEx wird bei den Barriereeigenschaften lediglich durch metallische und keramische Werkstoffe übertroffen.

Die Geschäftsidee für den Nolax Förderpreis kann ein Produkt, ein Verfahren oder eine Dienstleistung sein, entweder im chemisch-technischen Bereich, in der Verbindungstechnik oder im Bereich Materialwissenschaften. «Die Idee zu ‹PlyEx› entstand in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner, der Segel für Alinghi produzierte. Unser Ziel war es, Faserbündel, die als Gelege für Faserverbundwerkstoffe dienen, durch Bänder mit denselben mechanischen Eigenschaften zu ersetzen. Dadurch ermöglichen wir die Herstellung von deutlich leistungsfähigeren und leichteren Faserverbundwerkstoffen. In einfachen Worten wollten wir ein Produkt kreieren, das die Eigenschaften von mehreren anderen Produkten zusammen in sich vereint», erzählt Dr. Jan Giesbrecht, Mitglied des Forscherteams.

Revolutionäres Material
In sieben Jahren Forschungsarbeit entwickelte das ETH-Team die spezielle Folie, die noch nie dagewesene Eigenschaften von Verbundwerkstoffen vereint: Hohe Festigkeit, gute Dämpfungseigenschaften sowie gute Barriereeigenschaften. Die Anwendungsmöglichkeiten sind zahlreich und für den Hochbau äusserst interessant: Folien in Verbundsicherheitsgläsern, Abdichtfolien, aufblasbare Strukturen zum Beispiel für Stadiendächer, Raumtrennungselemente, schützende Verbundmaterialien und Strukturelemente in hochbelasteten Bauelementen. Daneben lassen sich lichtgebende Strukturen realisieren, die auch als Sicherheitselemente eingesetzt werden können – aber auch ultraleichte starre Strukturen wie zum Beispiel Röhren mit extrem dünnen Wänden. Ein wichtiger Faktor, der für PlyEx spricht, ist, dass das Material rezyklierbar ist. Das Projekt ist bereits so weit fortgeschritten, dass erste Prototypen hergestellt werden können. «Wir sind gegenwärtig auf der Suche nach dem richtigen Partner, mit dem wir für den Kunden den maximalen Wert aus dem Produkt schöpfen können», so Giesbrecht. Sein Forschungsteam plant, noch dieses Jahr ein Spin-Off-Unternehmen zu gründen.