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Die Herstellung der Geodaten erfolgt anhand von Luftbildaufnahmen, Satellitenbildaufnahmen, Georeferenzierung, fotogrammetrischer Auswertungen der Luftbilder, Datenerhebung und Verifikation im Gelände, Laserscanning (Distanzmessungen per Laser aus dem Flugzeug).
Die mit den aufgeführten Methoden gewonnenen Daten werden zu einem GIS-Datensatz vereinigt. Diese Geobasisdaten beschreiben die Form und Bodenbedeckung der Erdoberfläche in drei Dimensionen. Sie bilden u.a. die Grundlage für die Kartenherstellung.

Die Zukunft der Geoinformationen gehört den webbasierten Geoportalen. Das Internet ist die ideale Plattform zur Darstellung, Vernetzung, Analyse und Publikation von Geodaten. Der Gang zum Schalter bleibt erspart, was sowohl dem Kunden als auch dem Dienstleistungsanbieter entgegenkommt. Ziel der webbasierten Geoportale, die von verschiedenen Geodatenzentren angeboten werden, ist die einfache und unkomplizierte Verfügbarkeit von raumbezogenen Informationen. Einen neuen Weg beschritten im Sommer 2009 verschiedene Stadtwerke im Kanton Aargau. Den Gemeinden und Privaten sollte mit geoProRegio ein webbasiertes Gefäss für die Archivierung, die Verwaltung und die Publizierung ihrer eigenen Geodatenbestände zur Verfügung gestellt werden. «Die Dienstleistung soll die raumbezogenen Informationen übersichtlich zusammentragen und den verschiedenen Nutzerkreisen, je nach Berechtigungsstufe, zur Verfügung stellen», erklärt Burkhard Kilcher, Projektleiter von geoProRegio von der Regionalwerke AG Baden. In Kombination mit den umfangreichen Datenbeständen der Stadtwerke soll die Vision einer Gesamtsicht aller sich auf einer Parzelle befindlichen Objekte, ob ober- oder unterirdisch, verwirklicht werden. Mit der Idee, diese Informationen gebündelt und «online» zur Verfügung zu stellen, beschreitet das Projekt Pionierwege.

Gezielt Informationen beziehen
Geodaten unterteilen sich grundsätzlich in sensible und unsensible Daten. Sensible Informationen, wie zum Beispiel «Daten zu belasteten Standorten», sind für gewöhnlich nur für das verwaltungsinterne Personal zugänglich. Weniger sensible Daten sollen hingegen allen Portalbesuchern offen stehen. «Auf unserem Portal haben Fachleute wie etwa Bauunternehmer die Möglichkeit, sich mittels Akkreditierung Zugang zu spezifischen Geodaten beziehungsweise zu Plänen zu verschaffen», so Kilcher. Geodaten, auf die Bauunternehmer bei ihrer täglichen Arbeit angewiesen sind, lassen sich bei Geoportalen bequem und zentral via Webdienst abrufen. «Bauunternehmen können so gezielt Informationen beziehen, die sie für ihre Projekte – beispielsweise für die Überbauung einer Parzelle – benötigen», führt Kilcher aus. Welche Leitungen tangieren diese Parzelle? Wer ist der Eigentümer? Ist dieses Gebiet für die Erdwärmenutzung ideal? Diese und eine Vielzahl weiterer Fragen lassen sich so in Kürze beantworten. Auf den Online-Karten ist das Navigieren einfach. Viele Karten erlauben schon heute das Zu- und Wegschalten einzelner Datenebenen und das Erstellen von Bildausschnitten mit Legenden als PDF.

Künftig noch praktischer
Webbasierte Geodienste haben dank ihrer Anwenderfreundlichkeit und den in der Regel stets aktualisierten Geoinformationen einen ausgezeichneten Ruf. Doch ihre Anbieter ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern wollen den Service schrittweise ausbauen: «Momentan können die Kunden unseres Geoportals die Daten im PDF-Format beziehen. Künftig sollen die Informationen auch direkt heruntergeladen werden können. In Arbeit ist auch eine browsergerechte Mobile-GIS-Lösung, mit der die Daten auch via Smartphone bezogen werden können», lässt Kilcher vorausblicken.