Die Entwicklung eines brachliegenden Industrie­areals stellt für die Betroffenen oft eine ökologische und auch ökonomische Belastung dar. Um der Bauherrschaft die Last mit der Altlast abzunehmen, bieten Bauunternehmungen sogenannte Gesamtbauleistungen an. Die Unternehmung kümmert sich um die Schnittstellen und übernimmt den ganzen Rückbau, die Altlastsanierung, die Deponierung oder Wiederverwertung der Rückbaumaterialien, den Baugrubenaushub und sogar den Tiefbau.

Logistikkonzepte
Immer wichtiger werden dabei die Logistikkonzepte rund um den Abtransport des Aushubs und die Anlieferung von neuen oder aufbereiteten Baumaterialien. Das Ziel ist, jeden Last- oder Bahnwagen auf der Deponie zu entleeren und auf dem Rückweg wieder mit Baumaterial zu füllen. «Die grösste Herausforderung liegt darin, eine Logistik zu finden, die der Umwelt nützt und auch noch wirtschaftlich ist», sagt Urs Eberle, Geschäftsführer der Eberhard Bau AG. Heute müssen bis zu 40 Prozent des gesamten Bau- und Aushubmaterials über die Schiene transportiert werden. Besonders in den Städten sind diese Auflagen mit vielen Herausforderungen verbunden. Kombinierte Logistikkonzepte mit Strasse, Bahn und sogar dem Schiff rücken in den Fokus. «Wir haben rund 160 Bahnwagen im Einsatz», sagt Eberle, «diese kamen erst mit unseren Arbeiten auf der Sondermülldeponie in Kölliken und mit der Übernahme der Weiacher Kies AG vor bald vier Jahren ins Spiel. Heute sind sie ein sehr starkes Verkaufsargument.»

Baumaterial
Umweltfragen haben auch einen Einfluss auf das Baumaterial. Ein Gebäuderückbau und anschliessender Neubau sind aus Gründen der Umwelt wie auch der Wirtschaftlichkeit meistens sinnvoller. «Wir transportieren den Misch- und Betonabbruch in unsere Recyclinganlage und können ihn zum Beispiel als RC-Beton wieder verwenden», sagt Eberle. «Heute werden durchschnittlich 75 Prozent eines rückgebauten Gebäudes wieder aufbereitet und in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Wir achten darauf, dass wir so wenig Material wie möglich deponieren müssen. In diesen Fragen machte die Baubranche in den letzten Jahren grosse Fortschritte. Die Nutzung von brachliegenden Flächen und die Wiederverwendung von Baumaterial werden in der Zukunft noch wichtiger. Wir müssen – ob wir wollen oder nicht – unsere vorhandenen Rohstoffe wieder verwenden. In der Schweiz bauen wir die benötigten Rohstoffe vermehrt in den Städten ab. In jedem Gebäude stecken Eisen, Betonkies, Kupfer und andere Rohstoffe im Gegenwert von mehreren Milliarden Franken. Diese Ressourcen müssen wir vermehrt nutzen.»

Altlasten
Die Sanierung von Altlasten und deren fachgerechte Entsorgung ist die dritte grosse Herausforderung im Bauwesen. Die Schwierigkeit liegt in der Trennung von kontaminiertem und nicht verschmutztem Material. Bodenwaschanlagen können Schadstoffe und brauchbares Material trennen. Die Schadstoffe werden dann thermisch behandelt oder in einer Deponie abgelagert. «Ist die Bauherrschaft bereit, in Vorabklärungen zu investieren, kann das Altlastvolumen in den meisten Fällen reduziert werden», erklärt Eberle. «Unsere Fachleute analysieren den Boden, bestimmen die Vorgehensweise und begleiten den Aushub. Und sie suchen einen gesetzeskonformen, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Entsorgungsweg.»