Die Baubranche boomt. Gerade deshalb komme es für die Unternehmen auf den richtigen Durchblick an, sagt Thomas Schoenauer. Gemeinsam mit seinem Team erfasst er alle Baugesuche in der gesamten Schweiz. Im letzten Jahr wurden allein im Hochbau über 65 000 Projekte aus allen Sprachregionen ermittelt. «Auf der Basis der Datenbankinformationen können aus diesen Daten interessante Trends für einzelne Branchen und den gesamten Baumarkt erkannt und abgeleitet werden», betont Schoenauer. So lassen sich aktuell beispielsweise die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative detailliert verfolgen. Dies wiederum ermöglicht Rückschlüsse auf die nahe Zukunft in der Bauwirtschaft. Wie entwickelt sich der Wohnungsbau? Gibt es einen Rückgang beim Gewerbebau, und wie verläuft der Bau von Büroflächen? Auf solche Fragen liefern Bauprojektdaten relevante Antworten. «Da es sich dabei um Informationen in der Bewilligungsphase handelt, bieten sich vielfältige Vertriebsmöglichkeiten für alle am Bau beteiligten Unternehmen und Anbieter, da die meisten Arbeiten noch nicht vergeben und die entsprechenden Produkte noch nicht bestimmt sind», so Thomas Schoenauer.

Unverzichtbares Wissen
Je früher Verarbeiter und Dienstleister in einem Projekt involviert sind, desto besser können sie ihr Know-how einfliessen lassen und zu einem effizienten und kostengünstigen Bauprojekt beitragen, beschreibt der Datenerheber seine Erfahrungen. Durch die enorm grosse Datentiefe könne man auch regionale Unterschiede erkennen, etwa, wo vermehrt Bauten mit einer Holzkonstruktion geplant sind, oder welche Heizungssysteme in einzelnen Kantonen favorisiert werden. «Dieses Wissen erlaubt es den Herstellern von Bauprodukten und den Verarbeitern ihre Marketingmassnahmen zu koordinieren und benötigte Kapazitäten auf- oder abzubauen.» Gemäss Schoenauer unterstützen elektronische Bauprojektinformationen Handwerker und Lieferanten bei der Auftragsbeschaffung, indem sie sich gestützt darauf auf konkrete und aktuelle Projekte in der Bewilligungsphase bewerben können. Durch präzise, gut filterbare Bauprojektinformationen könne sich der Auftragnehmer ein wesentlich besseres Bild über das geplante Bauprojekt verschaffen. «Er kann beispielsweise besser abschätzen, ob er überhaupt in der Lage ist, das Projekt auszuführen und ob sich für ihn eine Bewerbung lohnt und entsprechend aussichtsreich ist.»

Qualität als Schlüssel zum Erfolg
Bauprojektinformationen dienen statistischen Zwecken und damit direkt auch einem effizienten Marketing, sagt Schoenauer. Gebrauch davon machen in erster Linie Handwerker und Hersteller von Bauprodukten, aber auch Einzelpersonen und Interessenverbände. Sie alle nutzen die Informationen, um aktuell auf Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren zu können. Für die Zukunft sieht Schoenauer weitere Optimierungspotenziale: «Wir bieten schon heute Möglichkeiten, die Baudaten direkt in die CRM-Systeme der Kunden zu übertragen, und auch unsere iPhone-App zeigt die weitere Entwicklung hin zu integrierten und mobilen Informationen auf.» Mit präzisen Bauinformationsdaten könnten die Vertriebskosten gesenkt und der Umsatz gesteigert werden. Auftragnehmer können sich zielgerichtet um neue Aufträge bewerben und vermeiden so die ansonsten unvermeidlichen Streuverluste. «Auf eine Formel gebracht müssen Bauinformationen zweckorientiert, korrekt und aktuell, das heisst rechtzeitig verfügbar sein», fasst Thomas Schoenauer zusammen.