Die verschiedenen Baukunstwerke locken zahlreiche Fachleute und Interessierte aus der ganzen Welt an.

Moderne Architektur prägt eine ganze Region

Zu den architektonischen Höhepunkten Basels gehören etwa der 105 Meter hohe Messeturm der Architektengemeinschaft Morger Degelo Marques und die erneuerten Messehallen der Messe Basel. Eine reiche Vielfalt an neuzeitlichem architektonischen Schaffen ist in der Region um Basel angesiedelt.

Nicht zu Unrecht spricht man von Basel als der heimlichen Architektur-Hauptstadt. Architekturinteressierte, Architekten oder Kunsthistoriker schätzen die Vielfalt moderner Bauten in Basel und besuchen die Stadt: Basel ist ein wahres Architekturmekka. Das führt soweit, dass von Tourismus-Veranstaltern eigene Architektur-Führungen angeboten werden.

Es ist daher nur logisch, dass sich auch das Schweizerische Architekturmuseum in Basel befindet.

Es zeigt hochkarätige Ausstellungen zu Schwerpunkten der nationalen und internationalen Architektur. In den letzten zwei Jahrzehnten konnten dank privater Geldgeber zudem auch wegweisende Museumsbauten realisiert werden: das monumentale Schaulager in Münchenstein, die Fondation Beyeler von Renzo Piano in Riehen und das Museum Tinguely von Mario Botta.

Das Vitra Desgn Museum in Weil am Rhein, bloss ein Katzensprung von der Basler Innenstadt entfernt, umfasst Bauten von Frank O. Gehry, Zaha Hadid, Nicolas Grimshaw, Alvaro Siza und Tadao Ando. Auch das Museum der Kulturen erhielt einen markanten Erweiterungsbau – eine neue Perle in der ganzen Kette richtungsweisender Architektur. Und das Kunstmuseum Basel, mit einem Neubau von Christ & Gantenbein Architekten, wurde ebenfalls räumlich erweitert und 2016 neu eröffnet.

Das höchste Gebäude der Schweiz steht – in Basel

Zweifellos, die herausragenden Bauten in Basel sind von den Pharmagiganten geprägt. 2015 wurde der Roche-Tower „Bau 1“ offiziell eröffnet. Mit einer Höhe von 178 Metern überragt er den bisherigen Rekordhalter in der Schweiz, den Prime Tower in Zürich, deutlich.

Der Bau mit seinen 41 Stockwerken erforderte Investitionen von 550 Mio. Franken. Er bietet Platz für 2'000 Mitarbeiter. Ab 2021 soll der „Bau 2“ mit einer Höhe von 205 Meter bereits wieder neue Rekorde brechen.

Verdichtung heisst auch hier das Zauberwort für eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Baufläche. Nicht zur Freude aller: Eine Flut von Einsprachen durch Anwohner haben den Baubeginn immer wieder verzögert.

Gutes Pflaster für Hochhaus-Bauten

Basel scheint ein guter Boden für Hochhaus-Architektur zu sein. Zahlreiche Projekte sind in Planung, im Bau oder stehen bereits kurz vor der Fertigstellung.

Die Baloise Versicherung beispielsweise realisiert den Bau von drei neuen Gebäuden. Die Bauarbeiten sollten 2020 abgeschlossen sein. Das legendäre Hotel Hilton wurde dafür zurückgebaut; an seiner Stelle soll ein öffentlicher Platz geschaffen werden.

Der neue, rund 90 Meter hohe Turm, welcher dann am Aeschengraben entsteht, wird mehrheitlich vom neuen Hotelbetreiber Mövenpick belegt. Die obersten sieben Etagen werden als Büroflächen vermietet.

Für die Gestaltung des Hochhauses zeichnen die Architekten Miller & Maranta verantwortlich. Die beiden kleineren Gebäude, werden rund 34 und 42 Meter hoch. Den künftigen Baloise Hauptsitz an der Nauenstrasse haben die Basler Architekten Diener & Diener entworfen. Der Bau zeichnet sich aus durch Einfachheit und Klarheit und hat als besonderen Effekt acht Meter hohe Fensterscheiben, hinter welchen sich jeweils zwei Stockwerke befinden.

Wohnen in über 130 Metern Höhe

Namhafte Basler Architekturbüros prägen viele zeitgenössische Bauten in der Stadt am Rheinknie. Die Stararchitekten und ihre Planerteams realisieren immer wieder spektakuläre Gebäude.

Als neustes Projekt sollen drei kreisrunde Hochhäuser das neue Basler Stadtquartier prägen, das auf dem Dreispitz-Areal entsteht. Der Dreispitz, das Dreieck zwischen Dornacher-, Reinacher- und Münchensteinerstrasse, soll zu einem neuen Basler Stadtquartier werden. Besonders für die Nordspitze des Areals, nahe beim Bahnhof SBB und in Nachbarschaft zum Quartier Gundeldingen, sieht die Grundstückseigentümerin Christoph Merian Stiftung (CMS) ein hohes Entwicklungspotenzial.

Gemeinsam mit der Genossenschaft Migros Basel als Baurechtsnehmerin hat sie daher einen Studienauftrag initiiert und dazu sechs Schweizer Architekturbüros eingeladen. Ziel war es, ein städtebaulich zukunftsweisendes, aber auch wirtschaftlich tragfähiges Konzept für die Transformation des Areals zu entwickeln.

Einstimmig hat sich die Jury Anfang Dezember für den Vorschlag des Basler Büros Herzog & de Meuron ausgesprochen. Herzstücke des Projekts sind zwei Parks sowie drei Hochhäuser mit kreisförmigem Grundriss. Die 135 bis 160 m hohen Türme sollen den Übergang vom Birs- zum Rheintal markieren, eine gemischte Nutzung aufweisen aber in erster Linie Wohnraum bieten.

Die Architekten schlagen vor, das Areal mit einem Mix aus Stadthäusern und Hochhäusern zu bebauen, realisiert von unterschiedlichen Bauträgern. So soll Wohnraum in unterschiedlichen Grössen und Preiskategorien entstehen.

Bis zur Realisierung dieses 800 Mio.-Projektes wird es aber noch einige Jahre dauern: Es folgt nun eine zweite Entwicklungsphase, in der ein rechtskräftiger Bebauungsplan entwickelt werden soll.